Die US-Regierung hat sich laut Medienberichten bereits vor Wochen dazu entschlossen, Waffen an die Aufständischen in Syrien zu liefern. Der Einsatz von chemischen Waffen durch das Regime von Baschar al-Assad sei nur eine Rechtfertigung gewesen, schreibt die Washington Post unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter.

In der US-Führung habe es wachsende Sorge wegen des Großeinsatzes der libanesischen Hisbollah in Syrien und der jüngsten Siege der Assad-Truppen gegeben, berichtete das Wall Street Journal . Ein weiterer Grund für den Kurswechsel seien Personalveränderungen im nationalen Sicherheitsrat des Weißen Hauses. Erste Waffenlieferungen an "moderate Rebellen" soll US-Präsident Barack Obama schon genehmigt haben.

Die russische Regierung hat Zweifel geäußert an den Beweisen, die den USA nach eigenen Angaben vorliegen. Obama hat angekündigt, er werde dem russischen Staatschef Wladimir Putin am Montag auf dem G-8-Gipfel detaillierte Beweise für den Einsatz von Chemiewaffen präsentieren. Er werde "alle seine Beweise" vorlegen und "die Gründe nennen, warum wir uns so sicher sind", kündigte eine Sprecherin des US-Außenministeriums an. Die Vereinigten Staaten hätten ihre Schlüsse auf Basis einer Vielzahl "unabhängiger Informationen" gezogen.

Eine erste Waffenlieferung der USA an die syrischen Rebellen soll offiziellen Angaben zufolge in frühestens zwei bis drei Wochen möglich sein. Aus dem Umfeld von US-Vertretern im Nahen Osten hieß es, die Rebellen könnten mit raketengetriebenen Panzerfäusten, Granatwerfern und Maschinengewehren rechnen. Tragbare Waffen zur Abwehr von Kampfflugzeugen seien allerdings nicht angedacht, hieß es in Kreisen der US-Regierung und europäischer Sicherheitsbehörden. Auch die Errichtung einer Flugverbotszone werde Diplomaten zufolge erwogen.

Rebellen halten Sieg für möglich

Die Freie Syrische Armee (FSA) glaubt daran, dass Assad binnen sechs Monaten besiegt werden kann, wenn die USA militärisch eingreifen. Mit Waffen zur Luft- und Panzerabwehr sowie einer Flugverbotszone könne Assad bezwungen werden, sagte der Kommandeur der wichtigsten Streitmacht der Rebellen, Salam Idriss.  

Schwere Waffen würden vor allem in der nordsyrischen Stadt Aleppo benötigt, auf die sich die nächste Offensive der Armee wahrscheinlich konzentrieren werde, sagte Idriss.

Vertreter arabischer und westlicher Staaten wollen am Samstag Gespräche mit Vertretern der syrischen Opposition beginnen. Bei dem Treffen in Istanbul will die Opposition darüber beraten, in welchen Gebieten eine Flugverbotszone nötig sei und welche Waffen sinnvoll seien.