Das russische Staatsfernsehen hat Medienberichten zufolge dem deutschen Sender ZDF vorgeworfen, deutsche Intellektuelle bestochen zu haben, damit sie Kritik an Präsident Wladimir Putin und der Verurteilung von Pussy Riot üben. Die Kremlkritiker hätten Briefumschläge mit Geld erhalten, berichtete der Erste Kanal nach Informationen von Spiegel Online.

Demnach habe das ZDF "schmutzige Techniken der Unterstützung von Pussy Riot" eingesetzt. Die deutsche Schauspielerin Anna Thalbach habe gestanden, Geld für ein Statement zu Pussy Riot bekommen zu haben.

Spiegel Online zufolge ist ein Bericht des Kulturmagazins Aspekte vom 17. August 2012 der Anlass für die Vorwürfe. Darin hätten deutsche Prominente das Urteil gegen die Aktivistinnen der Punk-Band Pussy Riot kritisiert. Unter anderem kämen die Sängerin Nina Hagen, Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und Anna Thalbach mit ihrer Kritik zu Wort.

Als Beleg führe der Sender ebenso wie die russische Boulevardzeitung Komsomlskaja Prawda ein Interview mit Thalbach in der ZDF-Kultur-Sendung Roche und Böhmermann an. Die Schauspielerin sagte in dem Gespräch, sie habe für die Aspekte-Aussage Geld bekommen. In den russischen Medien hieß es daraufhin, sie habe sich verplappert.

Der Sender und das Management der Schauspielerin betonen, dass es sich um einen Witz gehandelt habe. Das ZDF sieht Spiegel Online zufolge in den Vorwürfen eine Kampagne kremlnaher Medien.