Die syrische Armee hat in der von Aufständischen kontrollierten Stadt Homs eine Militäroffensive begonnen. Mit Luft- und Artillerieangriffen versuche die Armee, mehrere Stadtteile der zentralsyrischen Stadt zu erobern, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Betroffen seien die Viertel Chaldije, Bab Hud, Hamidije und Bustan al-Diwan. Ziel der Truppen von Staatschef Baschar al-Assad sei es, die ganze Stadt zu kontrollieren.

Ein hochrangiger Vertreter der Sicherheitsbehörden in Damaskus bestätigte der Nachrichtenagentur AFP heftige Kämpfe in Homs. Es sei wichtig, "die Viertel von Homs aus den Händen bewaffneter Terroristen zu befreien, insbesondere Chaldije, Hamidije und die Altstadt", sagte er. Die Armee rücke an allen Fronten vor, allerdings in unterschiedlichem Tempo. Das staatliche Fernsehen berichtete, die Einheiten machten "gute Fortschritte".

Die Lokalen Koordinierungskomitees, ein Zusammenschluss von Aufständischen, teilten mit, in Chaldije seien binnen einer Viertelstunde mehr als hundert Granaten niedergegangen. Ein Aktivist aus Chaldije, Tarik Bardachan, sprach von einem der gewalttätigsten Tage, die Homs seit Beginn des Aufstands erlebt habe. Seit zehn Uhr morgens stünde die Gegend und die nahegelegene Altstadt unter anhaltendem Beschuss, sagte er der Nachrichtenagentur AP . Angaben über Todesopfer lagen zunächst nicht vor.

Der Angriff auf Homs folgt einer Reihe von Vorstößen der Truppen von Assad in der gleichnamigen Provinz, die an den Libanon grenzt. Dabei konnte die Armee, die von Kämpfern der libanesischen Hisbollah-Miliz unterstützt wird, mehrere militärische Erfolge verbuchen. Assad kontrolliert mittlerweile einen Korridor, der die Hauptstadt Damaskus wieder mit seinen traditionellen Hochburgen in den Bergen Richtung Mittelmeerküste verbindet. Rebellen wollen nach eigenen Angaben nun Kämpfer aus Aleppo nach Homs schicken.

Homs war zu Beginn des Aufstands gegen Assad von den Rebellen zur "Hauptstadt der Revolution" erklärt worden. Assads Armee kontrolliert zwar bereits den Großteil der drittgrößten Stadt Syriens , versucht aber seit mehr als einem Jahr vergeblich, auch die übrigen Viertel einzunehmen.

Assad bekämpft den Aufstand gegen seine Herrschaft seit mehr als zwei Jahren. Mehr als 100.000 Menschen wurden in dem Konflikt getötet , 1,7 Millionen Menschen sind in Nachbarländer geflüchtet .