Der als "Carlos" in Frankreich berühmt gewordene Terrorist Ilich Ramírez Sánchez ist zum zweiten Mal zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Paris machte den 63 Jahre alten Venezolaner damit verantwortlich für vier Attentate: In den beiden Jahren 1982 und 1983 hatte Carlos mehrere Bahnhöfe, Züge und eine Zeitschriftendredaktion in Frankreich attackiert.

Die besagten Anschlägen haben elf Menschen das Leben gekostet – rund 150 wurden verletzt. Carlos war für seine Taten bereits Ende 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt worden, woraufhin er Berufung eingelegt hatte. Auch jetzt, nachdem das erstinstanzliche Urteil von 2011 bestätigt wurde, kündigten Carlos' Verteidiger an, erneut und umgehend  gegen das Urteil vorzugehen. Es gebe "nicht den Schatten eines Beweises", teilten sie mit.

Bereits 1997 war Carlos in Frankreich wegen drei Morden im Jahr 1975 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Diese lebenslange Haftstrafe verbüßt er seit knapp zwanzig Jahren in einem Gefängnis in Frankreich. Man hatte ihn 1994 im Sudan geschnappt und wegen dreifachen Mordes festgenommen.

Der Berufungsprozess hatte am 13. Mai dieses Jahres begonnen. Eine weitere Angeklagte aus Deutschland namens Christa Fröhlich kam wie beim ersten Verfahren nicht persönlich zum Prozess, sondern ließ sich von ihrem Anwalt vertreten. Sie wurde erneut freigesprochen – genau wie bereits im Jahr 2011.

Vierstündiges Schlusswort des Terroristen

Zum Abschluss des Berufungsprozesses nutzte Carlos das Schlusswort, um sämtliche Schuld von sich zu weisen. Ihm sei ein illegaler Prozess gemacht worden, denn die Beweise, die gegen ihn sprächen, seien von "Manipulatoren im Dienste der großen ausländischen Mächte gefälscht" worden, sagte er. Er betonte, dass er und seine Komplizen keine Terroristen seien, sondern "Kämpfer" – er selbst bezeichnete sich auch als "Berufsrevolutionär".

Laut Anklage wollte Carlos mit den Anschlägen seine deutsche Freundin Magdalena Kopp und den Schweizer Bruno Breguet freipressen.