Spezialeinheiten der türkischen Polizei haben bei einer Razzia im Istanbuler Gerichtsgebäude von Çağlayan mindestens 44 Rechtsanwälte festgenommen. Die türkische Anwaltskammer hat scharf gegen die Verhaftungen protestiert. Nach Informationen des Portals Deutsch Türkische Nachrichten wurden gar 49 Rechtsanwälte festgenommen. Sie hätten sich im Gerichtsgebäude getroffen, um Ermittlungen zu den brutalen Polizeieinsätzen auf dem Taksim-Platz zu verlangen, sagte der Präsident der Anwaltskammer, Metin Feyzioglu. Stattdessen seien sie selbst festgenommen worden.

Die Kammer verhandelte am Abend weiter über eine Freilassung der Festgenommenen. "Der Staatsanwalt hat mir gesagt, was, wenn sie Terroristen sind?", sagte Feyzioglu.    

Die Deutsch Türkischen Nachrichten schrieben unter Berufung auf Berichte in türkischen Medien, bei der Festnahme der Anwälte sei es zu Tumulten zwischen den Juristen und Sicherheitsbeamten gekommen.

Feyzioglu sagte, die türkische Polizei habe bei den Demonstrationen der vergangenen Tage mit ihren Tränengasgewehren direkt auf Menschen gefeuert. "Sie haben sie wie scharfe Waffen eingesetzt. Deswegen gibt es so schlimme Verletzungen." Er fügte hinzu: "Die Anwälte wollten die blinden Augen und tauben Ohren der Staatsanwalt erreichen." Der für die Sicherheit im Gericht zuständige Staatsanwalt habe aber die Polizei gerufen. "Es waren schreckliche Szenen", sagte er.