Bei der Parlamentswahl in Albanien hat es vor einem Wahllokal eine Schießerei gegeben. Dabei ist ein Aktivist der oppositionellen Sozialisten gestorben, nachdem ihn mehrere Kugeln getroffen hatten. Der Vorfall ereignete sich kurz nach Öffnung der Wahllokale in der Stadt Lac 35 Kilometer nördlich von Tirana, berichtete die Polizei. Ein Kandidat der regierenden Demokratischen Partei sowie ein weiterer Mann wurden verletzt.  

Eine Sondereinheit der Polizei sei nach Lac geschickt worden. In der südalbanischen Hafenstadt Flora wurde unmittelbar vor Öffnung der Wahllokale der Wagen des örtlichen sozialistischen Parteisekretärs durch eine Explosion zerstört, hieß es in Medienberichten. 

Rund 3,3 Millionen Albaner sollen entscheiden, ob der seit 2005 regierende rechtskonservative Sali Berisha ein drittes Mandat erhält. Sein Herausforderer ist Edi Rama, Kandidat der vereinigten Linken. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.   

Die EU und die USA hatten die Wahl als demokratischen Reifetest für das arme Balkanland bezeichnet. Nur so habe das Nato-Mitglied Chancen, näher an Brüssel heranzurücken.

Querelen um die Wahlkommission

Vor der Parlamentswahl gab es Querelen um die Wahlkommission. Drei der sieben Mitglieder waren im April zurückgetreten. Die Kommission braucht aber mindestens fünf Stimmen, um das Wahlergebnis veröffentlichen zu können.

Nach der letzten Wahl war es wegen Wahlbetrugsvorwürfen zu einer eineinhalbjährigen Blockade des politischen Systems gekommen. Vier Menschen waren bei einer Demonstration von der Berisha-Garde erschossen worden.