Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate unterstützen Ägypten mit insgesamt acht Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro). Saudi-Arabiens Wirtschaftshilfe in Höhe von fünf Milliarden Dollar setze sich aus einer zinslosen Einlage in Ägyptens Zentralbank in Höhe von zwei Milliarden Dollar, einer Spende in Höhe von einer Milliarde Dollar sowie Gas- und Öllieferungen im Gegenwert von zwei Milliarden Dollar zusammen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) kündigten Hilfszahlungen in Form einer Spende und einer zinslosen Einlage in Höhe von zusammen drei Milliarden Dollar an.

Mit dem Geld solle die ägyptische Wirtschaft angesichts der derzeitigen Herausforderungen des Landes unterstützt werden, sagte der saudi-arabische Finanzminister Ibrahim al-Assaf. König Abdullah hatte die Entmachtung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi begrüßt und als erstes Staatsoberhaupt dem neuen Übergangspräsidenten Adli Mansur gratuliert.

US-Präsident Barack Obama hat mit dem Kronprinzen der VAE und dem Emir von Katar telefonisch über die Lage in Ägypten nach dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi gesprochen. Obama habe  Kronprinz Mohammed bin Sajed ermutigt, auf eine gewaltfreie Lösung des Konflikts hinzuwirken, teilte das US-Präsidialamt mit. Mit Emir Scheich Tamim bin Hamad al-Thani sei sich Obama einig gewesen, dass die Einbeziehung aller Parteien und Gruppen für die Stabilität in Ägypten entscheidend sei.

Die wichtigste laizistische Oppositionsgruppierung Ägyptens, die Nationale Heilsfront, lehnte den von Übergangspräsident Adli Mansur per Dekret präsentierten Zeitplan für einen demokratischen Übergang ab. In einer Erklärung kritisierte die Heilsfront, an der Ausarbeitung des Plans nicht beteiligt worden zu sein, und kündigte einen Forderungskatalog mit Änderungswünschen an.

ElBaradei Vizepräsident für auswärtige Beziehungen

Der bisherige Chef der Heilsfront, der Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei , war in die neue Führung in Kairo eingebunden und am Dienstag zum Vizepräsidenten für auswärtige Beziehungen ernannt worden. Auch die maßgeblich an den Protesten gegen Mursi beteiligte Tamarod-Bewegung meldete Änderungswünsche an und beklagte ebenfalls, übergangen worden zu sein.

Mansurs Zeitplan sieht baldige Parlamentswahlen und die Überarbeitung der unter Mursi verabschiedeten Verfassung vor. Die Übergangsphase soll binnen sieben Monaten abgeschlossen sein, spätestens im Februar soll eine neue Volksvertretung zusammentreten. Den ehemaligen Finanzminister Hasem al-Beblawi machte Mansur zum Regierungschef.

In einer seiner ersten Amtshandlungen ließ al-Beblawi über das Präsidialamt verlauten, dass er die Muslimbrüder in die neue Regierung einbinden wolle und ihnen einige Kabinettsposten anbieten werde. Diese hatten jedoch die Pläne Mansurs abgelehnt und landesweit zu neuen Massenprotesten aufgerufen.

Zwei Tote auf dem Sinai

Islamistische Extremisten haben im Norden der Halbinsel Sinai erneut einen Polizeistützpunkt angegriffen und zwei Menschen getötet. Bei dem Angriff am späten Dienstagabend auf seien Granaten und Maschinengewehre eingesetzt worden, teilten Polizisten mit. Um wen es sich bei den Toten handelt, war nicht bekannt. Sechs Menschen seien verletzt worden.

Seit dem Sturz Mursis haben sich auch auf dem Sinai die gewaltsamen Auseinandersetzungen verschärft. Bewaffnete islamistische Gruppen nutzen die unsichere Lage und greifen im Norden der Halbinsel verstärkt Kontrollposten der Armee und der Polizei an.