Myanmars Präsident Thein Sein hat die Freilassung sämtlicher politischer Gefangener bis Ende des Jahres angekündigt. "Ich garantiere Ihnen, dass es am Jahresende in Myanmar keine Häftlinge aus Gewissensgründen mehr geben wird", sagte er nach einem Treffen mit Großbritanniens Premierminister David Cameron in London.

"Wir streben nichts anderes an als den Übergang von einem halben Jahrhundert Militärherrschaft zur Demokratie", sagte Thein Sein. Teil der Reformen sei auch die Beilegung der Konflikte mit mehr als zehn ethnischen Gruppen. "Es kann gut sein, dass wir in den kommenden Wochen einen landesweiten Waffenstillstand erreichen", sagte er. Dann würden "erstmals seit mehr als 60 Jahren die Waffen schweigen".

Cameron forderte Thein Sein auf, Myanmars Verfassung zu ändern, damit auch Oppositionschefin Aung San Suu Kyi bei der Präsidentenwahl in zwei Jahren antreten könne. "Wir begrüßen den Reformprozess, den Sie in Ihrem Land unternehmen, sehr und freuen uns auf freie, faire und offene Wahlen 2015."

Thein Sein, der seit 2011 an der Spitze Myanmars steht, hat in dem Land nach Jahrzehnten der Militärdiktatur einen vorsichtigen Reformprozess angestoßen. Erste politische Häftlinge wurden entlassen, der jahrzehntelange Hausarrest von Aung San Suu Kyi aufgehoben. Noch immer hat das Land aber mit massiven wirtschaftlichen Problemen und ethnischen und religiösen Konflikten zu kämpfen. Kritiker bemängeln zudem, dass das Militär nach wie vor zu großen Einfluss hat.