Die Verbreitung und der Bestitz von Internetpornografie, die Kindesmissbrauch und Vergewaltigungen zeigt, soll in Großbritannien unter Strafe gestellt werden. Zudem sollen pornografische Inhalte für Nutzer aus Jugendschutzgründen gesperrt werden. Das will Premierminister David Cameron heute
in einer Grundsatzrede verkünden.
In seiner Rede, die bereits vorab in Auszügen in britischen Zeitungen veröffentlicht wurde, sagte Cameron, er fühle sich "als Politiker und Vater" verpflichtet, diesen Schritt zu unternehmen. Das Internet sei nicht nur eine Flucht aus dem wahren Leben, es sei das wahre Leben. "Es hat einen Einfluss auf Kinder, die sehen, wie man sie verletzt." Zudem verseuche es die Gedanken der Nutzer und verursache Kriminalität, sagte der Premier.
Internetprovider müssen Camerons Plänen zufolge zukünftig Techniken einsetzen, mit denen pornografische Angebote
aus dem Netz gefiltert werden können. Von Ende des Jahres an müssten dann Internetnutzer die Filter aktiv ausschalten, um an das gewünschte Bild- und Videomaterial zu kommen.
Auch Betreiber von öffentlichen WLAN-Hotspots sind dann verpflichtet, die
Pornofilter eingeschaltet zu lassen.
Reaktion auf Missbrauchsfälle
Claire Perry, Beraterin des britischen Premierministers, sagte dem britischen Magazin Wired, man plane außerdem eine automatische Reaktivierung des Filters. Schaltet ein Nutzer den Filter abends aus, werde er am nächsten Morgen wieder aktiv sein. Zudem wird erwartet, dass Cameron ein Gesetz vorschlägt, welches die Verbreitung von Videos mit "extremen" pornografischen Inhalten im Netz als Straftat einordnet. Als extrem würden Filme eingeordnet, die keine Lizenz für den Verkauf in britischen Sexshops erhalten.
Mit dem Vorstoß reagiert die britische Regierung auf den Vorwurf, gewalttätige Bilder seien mitverantwortlich für einige aufsehenerregende Verbrechen, etwa der Fall von Mark Bridger, der ein fünf Jahre altes Mädchen umgebracht haben soll oder Stuart Hazell, der wegen Mordes an einer Zwölfjährigen verurteilt wurde. Die beiden sollen sich Kinderpornografie im Internet angesehen haben. Cameron hatte die Eltern beider Opfer in der vergangenen Woche getroffen.
Kommentare
Markus4711
#1 — 22. Juli 2013, 18:26 UhrEntfernt. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit entsprechenden Quellen. Danke, die Redaktion/jk
M.Aurelius
#2 — 22. Juli 2013, 18:27 UhrWarum versuchen Politiker von Gestern ...
... die Welt von morgen zu bestimmen? Dieser (Un-)Geist ist längst aus der Flasche. Internet-Sperren mögen bei anderen Politikern Zustimmung finden, der Rest der Welt lacht über so viel Naivität.
joG2.0
#2.1 — 22. Juli 2013, 20:17 UhrSie sind also auch der Meinung....
.....dass es gut ist, dass er seine Zeit mit sowas verbringt?
Carlton
#3 — 22. Juli 2013, 18:34 UhrKinderschänder
und Terroristen, das sind die Lieblingsvokabeln der Konservativen. Mit diesen Schreckgespensten lassen sich Eingriffe in die Privatsphäre der Bürger immer noch am einfachsten begründen.
Guenni_1
#3.1 — 22. Juli 2013, 19:18 UhrSorry
aber das Sperren von Kinderpornografie betrachte ich nicht als Eingriff in die Privatsphäre. Auch das man die Zugänge für Jugendliche erschwert empfinde ich nicht als derartigen Eingriff.
Wie im normalen Leben braucht man im Internet auch Regeln.
testtesteest
#4 — 22. Juli 2013, 18:38 UhrLaecherlich
Kinderpornografie ist fuer die europaeische Politik das, was der Terrorismus fuer die Amerikaner ist: Ein Mittel zum Zweck.
Ich kann mir nur schwer einen Grund vorstellen, warum man seichte Pornographie per Default ausfiltern sollte. Wer so etwas moechte kann es ja einrichten. Ich verweise auf reddit.com/r/nofap :D
Mein Verdacht ist, dass letztendliche ein Interesse der Internetprovider dahintersteckt. Bei 60 Millionen Briten kommen sicher taeglich eineige Dutzend Terabyte an Porno- Traffic zustande. Da sehen einige Provider sicher ein Sparpotenzial.
Jeverpilsner
#4.1 — 22. Juli 2013, 18:51 UhrNicht nur die Provider profitieren
Wenn kostenlose Internetpornos nicht mehr verfügbar sind, kommen auf die Sexshops und die Produktionsstudios goldene Zeiten zu.