Im Anschluss an die Auftaktrunde der ersten Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern hat US-Außenminister John Kerry eine positive Bilanz gezogen. Innerhalb von neun Monaten sollen die Gespräche über den Frieden in Nahost zu einem Durchbruch führen. Kerry kündigte an, dass die nächste Verhandlungsrunde innerhalb der kommenden beiden Wochen entweder in Israel oder im Westjordanland stattfinden solle.

Zuvor hatte sich US-Präsident Barack Obama erstmals persönlich in die laufenden Nahost-Friedensgespräche eingeschaltet. Am Dienstag lud er überraschend die Unterhändler Israels und der Palästinenser ins Weiße Haus zu einem 90-minütigen Essen. Diese hatten sich am Montag erstmals seit drei Jahren wieder gemeinsam an einen Verhandlungstisch gesetzt.

Die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern sind auf mehrere Monate angesetzt. Zunächst handelt es sich nur um Vorgespräche, bei denen eine gemeinsame Basis für die Friedensverhandlungen gefunden werden soll. Obama selbst wird sich aus den weiteren Gesprächen heraushalten. Die direkten Verhandlungen wird weiterhin Kerry leiten, der zuletzt in Jerusalem und Ramallah für eine Annäherung zwischen Israel und den Palästinensern geworben hatte.

Aus Israel waren die Justizministerin Zipi Livni und Izchak Molcho, ein enger Berater von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu , angereist. Das palästinensische Team wird angeführt von Chefunterhändler Sajeb Erekat und Mohammed Schtajjeh, einem engen Vertrauten von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas .

Als Ergebnis der Friedensverhandlungen soll ein unabhängiger und demokratischer Staat Palästina entstehen – die sogenannte Zwei-Staaten-Lösung. Besonders umstritten ist der jüdische Siedlungsbau in Gebieten, die die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen. Kerry hatte beide Lager vor den Gesprächen in Washington aufgefordert, sich bei den größten Streitthemen kompromissbereit zu zeigen.

Derweil hat das aus den USA , Russland , der EU und den Vereinten Nationen bestehende Nahost-Quartett Hilfe bei den Verhandlungen angeboten. Die zuständigen Sondergesandten wollen sich bald treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen, hieß es in einer von den Vereinten Nationen verbreiteten Mitteilung. Die "mutigen Entscheidungen im Interesse ihrer Völker" von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurden gelobt. Das Nahost-Quartett war vor rund zehn Jahren ins Leben gerufen worden, um im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zu vermitteln.