Die Koalition von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat Hochrechnungen zufolge bei der Parlamentswahl die meisten Stimmen bekommen. Abes liberaldemokratische Partei LDP hält damit künftig auch im Oberhaus die Mehrheit.

Bei der Wahl wurde die Hälfte der 242 Sitze im Oberhaus neu bestimmt. Auf Grundlage von Nachwahlbefragungen prognostizierte der Sender NHK, dass die LDP und ihr Koalitionspartner Neue Kōmeitō zusammen 71 Sitze gewonnen haben. Damit hätten sie künftig insgesamt 130 Mandate. Offizielle Ergebnisse werden für Montag erwartet.

Mit dem Sieg hat Abes seit Dezember regierende Koalition die Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments. Da die nächste landesweite Wahl erst 2016 ansteht, könnte Abe daher fast drei Jahre lang durchregieren. Das neue Kräfteverhältnis würde eine seit sechs Jahren bestehende Blockade beenden.

Konservative Wende?

Abes Politik wird die einsetzende Erholung der japanischen Wirtschaft zugerechnet. Seine Konjunkturprogramme, die unter anderem eine starke Abwertung des Yen beinhalteten, werden bereits als "Abenomics" bezeichnet. Im Wahlkampf versprach er weitere Wirtschaftsreformen. Außenpolitisch könnte es unter Abe zu einer konservativen Wende kommen, die die Spannungen mit Aufsteiger China um Gebietsansprüche im Westpazifik verschärfen würden.  Beispielsweise will Abe die pazifistische Nachkriegsverfassung ändern, um das Militär zu stärken.