Pakistans früherer Militärmachthaber muss sich wegen der  Verschwörung zum Mord an Expremierministerin Benazir Bhutto vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft will Pervez Musharraf am kommenden Dienstag anklagen. Man werde die Todesstrafe für ihn beantragen, sagte Staatsanwalt Chaudhry Azhar Ali. 

Musharraf wird auf nicht schuldig plädieren, wie sein Verteidiger Ahmed Raza Kasuri bekannt gab. Er werde aber bei allen Terminen vor dem Anti-Terror-Gericht in der Garnisonsstadt Rawalpindi anwesend sein.  

Zuvor hatte der Staatsanwalt gesagt, der einst mächtigste Mann des Landes müsse persönlich vor Gericht erscheinen und bekomme die gegen ihn gerichteten Vorwürfe vorgelesen.

Benazir Bhutto war Ende 2007 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi ermordet worden. Bei dem Selbstmordattentat und der anschließenden Schießerei starben 16 weitere Menschen.

Sollte das Gericht tatsächlich Musharraf diesen Prozess machen, wäre dies ein beispielloser Vorgang für Pakistan, das den größten Teil seiner Geschichte vom Militär regiert wurde.

Musharraf hatte sich 1999 an die Macht geputscht und war 2008 aus dem Amt gedrängt worden. Nach vier Jahren im Exil in London und Dubai war er im März wegen der Parlamentswahl am 11. Mai nach Pakistan zurückgekehrt. Er durfte an der Abstimmung jedoch nicht teilnehmen, weil Gerichte ihm die Teilnahme untersagten.

Im April war er festgenommen und später wegen mehrerer laufender Verfahren in seiner Villa am Rande der Hauptstadt Islamabad unter Hausarrest gestellt worden.