Der von den USA gejagte Whistleblower Edward Snowden hat nach Angaben seines Moskauer Anwalts Anatoli Kutscherena in Russland offiziell vorläufiges Asyl beantragt. Ein entsprechendes Gesuch habe der 30-Jährige unterzeichnet, sagte Kutscherena der Agentur Interfax. 

Der US-Amerikaner habe das Schreiben in der Transitzone des Moskauer Flughafens Scheremetjewo einem Mitarbeiter der Migrationsbehörde übergeben. Die russische Migrationsbehörde bestätigte nach Angaben der Agentur Itar-Tass den Eingang des Antrags. Der Antrag werde nun im Lauf von maximal drei Monaten bearbeitet. Es ist die erste offizielle Bestätigung, dass der US-Amerikaner tatsächlich den Flüchtlingsstatus beantragt hat.

Snowden hatte vergangene Woche angekündigt, in Russland um Asyl zu bitten. Bislang war aber kein formaler Antrag bei den Behörden eingegangen. Die russische Regierung hatte eine Aufenthaltsgenehmigung aber an strenge Auflagen geknüpft. So dürfe Snowden etwa den USA nicht mit neuen Enthüllungen weiteren Schaden zufügen. Der Fall hat bereits zu erheblichen diplomatischen Spannungen zwischen den USA und Russland geführt.

Snowden hatte mit Enthüllungen über umfassende Datensammel- und Spähprogramme des US-Geheimdienstes NSA weltweit für Aufsehen gesorgt. Der 30-Jährige hatte sich zunächst nach Hongkong abgesetzt und war von dort am 23. Juni nach Moskau geflogen. Er sitzt seit mehr als drei Wochen auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo fest, da die USA seinen Reisepass für ungültig erklärt haben. Die US-Behörden wollen ihn unter anderem wegen Geheimnisverrats anklagen und von Russland seine Auslieferung erreichen.

Mehrere Länder haben Snowden Asyl in Aussicht gestellt, darunter Venezuela, Nicaragua und Bolivien. Unklar ist aber, wie er aufgrund seiner ungültigen Papiere dorthin gelangen kann.