Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden hat weitere Enthüllungen über die Spähprogramme der US-Geheimdienste angekündigt. "Ich bin weiterhin frei und kann Informationen veröffentlichen, die dem öffentlichen Interesse dienen", schrieb Snowden in einem undatierten Brief an den ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa , der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Snowden schrieb, er wolle weiterhin für Gerechtigkeit "in dieser ungleichen Welt" kämpfen, obwohl die USA ihn wegen seiner Enthüllungen verfolgten. Snowden bedankte sich bei Correa dafür, dass Ecuador ihm bei der Flucht von Hongkong nach Moskau geholfen habe und das südamerikanische Land nun seinen Asylantrag prüfe.

Aus russischen Behörden verlautete zuletzt, dass Snowden auch in Russland einen Antrag auf politisches Asyl gestellt habe. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte erklärt, Snowden könne in Russland bleiben , wenn er aufhöre, den USA Schaden zuzufügen. Die USA werfen dem 30-Jährigen Landesverrat vor und fordern seine Auslieferung . Der Brief ist die erste öffentliche Stellungnahme Snowdens seit seiner Flucht nach Moskau vor gut einer Woche.

USA bieten Snowden "fairen Prozess"

Nach Aussage des US-Außenministeriums hat Snowden in den USA ein Recht auf einen fairen Prozess. Snowden sei noch immer ein US-Bürger und genieße daher auch die Rechte einer US-Staatsbürgerschaft, sagte Ministeriumssprecher Patrick Ventrell. Dazu gehöre auch "das Recht auf einen freien und fairen Prozess für die Verbrechen, die ihm zur Last gelegt werden".

Vorwürfe seitens des WikiLeaks-Mitbegründers Julian Assange , der den USA vorgeworfen hatte, den flüchtigen IT-Spezialisten "im Stich" zu lassen, wies Ventrell zurück. "Das stimmt nicht", sagte Ventrell. Assange hatte unter anderem moniert, dass die US-Behörden Snowdens Pass ungültig gemacht hätten und dieser nun ohne Papiere im Transitbereich des Moskauer Flughafens festsitze. Die US-Regierung könne Snowden durchaus ein Dokument zur Einreise in die USA übermitteln, sagte Ventrell.