Ein türkisches Gericht hat Medienberichten zufolge die umstrittenen Bebauungspläne für den Istanbuler Gezi-Park in der Nähe des Taksim-Platzes gekippt. Dies berichteten mehrere türkische Medien unter Berufung auf ein Urteil eines Istanbuler Gerichts vom Juni. In dem erst jetzt im Detail bekannt gewordenen Richterspruch wird bemängelt, dass die Bewohner über das Projekt nicht ausreichend informiert wurden. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Das Umbau-Vorhaben der Behörden war vor einigen Wochen der Ausgangspunkt für heftige Proteste, die sich zu teils gewalttätigen Massendemonstrationen gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan ausgeweitet hatten. Das harsche Vorgehen der Einsatzkräfte gegen Demonstranten war in vielen Ländern der Welt kritisiert worden, die EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei wurden belastet.

Bei den mehrwöchigen Protesten im Zentrum der Millionenmetropole sowie in anderen Städten waren vier Menschen getötet und fast 8.000 weitere verletzt worden.