Die Vereinten Nationen schicken Waffeninspekteure nach Syrien , um den möglichen Einsatz von weltweit geächteten Chemiewaffen zu untersuchen . UN-Sprecher Martin Nesirky sagte, der syrische Machthaber Baschar al-Assad habe nach langem Widerstand eingewilligt, die Vorwürfe zum Einsatz von Chemiewaffen prüfen zu lassen. Die Mission werde "so bald wie möglich nach Syrien reisen, um gleichzeitig drei der berichteten Vorfälle zu untersuchen", sagte Nesirky. Insgesamt liegen der UN 13 Berichte zum mutmaßlichen Einsatz der Waffen vor, doch wollte die Regierung in Damaskus bisher nur in einem Fall eine Prüfung erlauben.

Die syrische Regierung hatte nur Zugang zu der Kleinstadt Chan al-Assal gewährt, wo Berichten zufolge im März 26 Menschen durch den Einsatz von Chemiewaffen von Rebellen getötet worden waren. Allerdings ist in vielen Fällen nicht nur umstritten, ob tatsächlich Chemiewaffen eingesetzt worden sind, sondern auch, wer dafür verantwortlich wäre. Regierung und Rebellen beschuldigen sich gegenseitig, mit Chemiewaffen zu kämpfen.

Der Einsatz von chemischen Kampfstoffen ist auch deshalb brisant, weil die USA dies als Grund für eine militärische Intervention genannt hatten. US-Präsident Barack Obama hatte gesagt, dass bei einem Einsatz von Chemiewaffen eine "rote Linie" überschritten wäre.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte Syrien eine Vereinbarung mit den Vereinten Nationen in der Frage der Chemiewaffen-Inspektionen bestätigt, zum konkreten Inhalt aber zunächst nichts bekannt gegeben. Zuvor waren die UN-Abrüstungsbeauftragte Angela Kane und der Giftgasexperte Åke Sellström in der syrischen Hauptstadt Damaskus gewesen, um dort mit Regierungsvertretern zu verhandeln.

Diplomaten zufolge könnten die Inspektoren bereits kommende Woche nach Syrien reisen. Demnach sind Besuche in Chan al-Assal sowie in Atajbah und Homs geplant, wo Chemiewaffen im März beziehungsweise Dezember eingesetzt worden sein sollen. Großbritannien und Frankreich hatten von diesen Angriffen berichtet und die Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht.