Dem Soldaten und WikiLeaks-Informanten Bradley Manning droht eine Verurteilung zu lebenslanger Haft. Das Militärgericht in Fort Meade in der Nähe von Washington lehnte in dem Prozess um Geheimnisverrat einen Antrag der Verteidigung ab, den Hauptanklagepunkt der Feindunterstützung zu streichen. Manning hatte bereits gestanden, 2010 Hunderttausende geheimer US-Militärdokumente an die Internet-Plattform WikiLeaks weitergegeben zu haben. Es wird erwartet, dass der Prozess in Kürze abgeschlossen wird.

Mit ihrem Antrag erhoffte sich die Verteidigung ein mildes Urteil für Manning. "Unterstützung des Feindes" (Aiding the enemy) ist der schwerste Vorwurf gegen den ehemaligen Geheimdienstanalysten. Die schärfste Verurteilung sieht dafür sogar die Todesstrafe vor, doch hatte die Staatsanwaltschaft im Fall Manning nur lebenslänglich gefordert.

Als Begründung für die Ablehnung des Antrags verwies Richterin Denise Lind auf Beweise, die von der Staatsanwaltschaft im Prozess vorgelegt worden waren. Demnach wurden von Manning weitergereichte Dokumente auf dem Computer des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden gefunden.

Die Verteidigung argumentierte, Manning habe während seiner Stationierung im Irak Militärdokumente gesammelt, weil er der Überzeugung war, Missstände und Gräueltaten müssten an die Öffentlichkeit gelangen. Zudem sei Manning zu diesem Zeitpunkt erst 22 Jahre alt gewesen.