Die ägyptischen Ferienorte an der Küste des Roten Meeres sind nun auch von Unruhen betroffen. In dem Badeort Hurghada starb nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Anhänger der Muslimbruderschaft in einer Auseinandersetzung von Demonstranten und der Polizei. Der Ort ist als Urlaubsziel auch bei Deutschen beliebt. 

Bei Zusammenstößen von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi mit der Polizei kamen laut offiziellen Angaben bisher mehr als 525 Menschen ums Leben , mehr als 2.000 erlitten Verletzungen. Urlauber können wegen der Gewalt ohne Mehrkosten auf andere Reiseziele ausweichen. "Wir bieten verunsicherten Urlaubern Umbuchungen an", sagte ein Sprecher des Anbieters TUI Deutschland . Dies geschehe aus Kulanzgründen – eine Stornierung des Urlaubs sei hingegen kostenpflichtig. 

Die Sicherheitslage in den großen Badeorten im Landesinneren sei unverändert und ruhig. Nil-Kreuzfahrten und Reisen nach Luxor seien vorerst bis Mitte September aus dem Programm genommen worden. Derzeit machten nach Unternehmensangaben 6.000 deutsche Gäste mit TUI am Roten Meer Urlaub. Große Badeorte dort sind unter anderem Hurghada und Scharm al-Scheich.

Wegen der derzeitigen Lage sinkt das Interesse der Urlauber an Ägypten . "Die Nachfrage ist in den vergangenen vier Wochen zurückgegangen", sagte der TUI-Sprecher. Der Buchungsstand liege derzeit unter dem der Vorsaison. 

Reisewarnung verschärft

Ägypten ist einer der zehn beliebtesten Urlaubsregionen der Deutschen. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands verbrachten 2012 etwa 1,2 Millionen Bundesbürger ihren Urlaub in dem Land.

Die Lufthansa fliegt Kairo nach Aussagen einer Konzernsprecherin weiterhin an. "Wir beobachten die Lage und sind mit den Sicherheitsbehörden vor Ort in Kontakt." Derzeit bietet die Airline täglich zwei Flüge ab Frankfurt an – ab München gibt es in der Woche vier Flüge. Air Berlin baut seinen Flugplan nach Aussagen von Konzernchef Wolfgang Prock-Schauer nicht in großem Ausmaß um. Die Fluggesellschaft habe die Verbindung in das Land bereits vor den Unruhen weitgehend reduziert.

Flughafen ist sicher

Das Auswärtige Amt verschärfte die Sicherheitshinweise für das Land erneut. "Für Kairo steht zu befürchten, dass sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert", hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. Die Lage bleibe im Moment sehr unübersichtlich.

Generell rät das Auswärtige Amt von Reisen nach Ägypten dringend ab. Besonders gilt dies für Kairo sowie die Touristenzentren in Oberägypten wie Luxor, Assuan und Nilkreuzfahrten sowie das Nildelta. Ausgenommen davon sind bisher die Touristengebiete am Roten Meer auf der Festlandseite und auf dem Sinai im Küstenstreifen zwischen Scharm al-Scheich und Nuweiba. Auch der Flughafen von Kairo wird als sicher eingestuft.