US-Präsident Barack Obama will nach Aussagen seines Außenministers John Kerry die Drohnenangriffe auf Ziele in Pakistan in absehbarer Zeit einstellen. Der Präsident habe einen Zeitplan für den Stopp der Angriffe, sagte Kerry nach Gesprächen mit der neuen pakistanischen Regierung in Islamabad.

"Ich denke, das Programm wird beendet werden, weil wir die größte Bedrohung aus dem Weg geschafft haben und weiterhin aus dem Weg schaffen", sagte Kerry dem Sender Pakistan Television. "Wir hoffen, dass es sehr sehr bald soweit sein wird."

Die USA greifen immer wieder Stützpunkte der radikalislamistischen Taliban im Grenzgebiet zu Afghanistan mit den unbemannten Flugzeugen an. Dabei sollen allein zwischen Januar 2006 und Oktober 2009 fast 750 Menschen getötet worden sein, darunter auch 94 Kinder. 

Bessere Zusammenarbeit zwischen den USA und Pakistan

Kerry ist der ranghöchste US-Vertreter, der Pakistan seit der Wahl von Nawaz Sharifs zum neuen Regierungschef im Mai besucht. Nach den Gesprächen sagte Kerry, beide Seiten hätten sich auf die Wiederaufnahme des strategischen Dialogs geeinigt, um zu einer "tieferen, breiteren und verständnisvolleren Zusammenarbeit" zu finden. 

Die Beziehung zwischen den beiden Staaten ist in den vergangenen Jahren schwer erschüttert worden, unter anderem durch die Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch ein US-Spezialkommando im Mai 2011. Dauerstreitthema sind zudem die US-Drohnenangriffe auf mutmaßliche Aufständische in Pakistan. Die Regierung in Islamabad bezeichnet dieses Vorgehen als illegal.

Die USA brauchen die pakistanische Unterstützung im Kampf gegen Al-Kaida und die Taliban sowie zur Befriedung Afghanistans.