Interpol hat eine weltweite Sicherheitswarnung herausgegeben. Das Terrornetzwerk Al-Kaida werde verdächtigt, in die Flucht von "Hunderten Terroristen und anderen Kriminellen" in insgesamt neun Ländern verwickelt zu sein, gab die internationale Polizeiorganisation in Lyon bekannt.

Unter anderem waren am vergangenen Wochenende mehr als tausend Häftlinge aus einem Gefängnis im libyschen Bengasi geflohen . Im Nordwesten Pakistans griffen schwerbewaffnete Taliban zwei Tage später ein Gefängnis an und befreiten rund 300 Häftlinge.  

Interpol rief seine 190 Mitgliedsländer zur Zusammenarbeit auf, um "festzustellen, ob diese jüngsten Ereignisse koordiniert oder miteinander verbunden waren". Sollte ein "Terrorist auf der Flucht" in einem Land gesichtet werden, müssten die jeweiligen Herkunftsländer informiert werden, um mögliche weitere Terrorattacken zu verhindern, teilte die Polizeiorganisation mit.

Interpol wies zudem darauf hin, dass im August zahlreiche Jahrestage "gewalttätiger Terrorangriffe" begangen würden, darunter Anschläge in Indien , Russland und Indonesien . Am 7. August 1998 waren außerdem die US-Botschaften in Kenia und Tansania angegriffen worden, dabei wurden mehr als 200 Menschen getötet worden.

Botschaften bleiben geschlossen

Auch die US-Regierung hatte am gestrigen Freitag vor möglichen Terrorangriffen von Al-Kaida und seiner Verbündeten "vor allem im Nahen Osten und in Nordafrika" gewarnt . Aus Sicherheitsgründen sollten am Sonntag rund 20 US-Botschaften in der ganzen Welt geschlossen bleiben.

Die Reisewarnung gehe auf eine konkrete Terrorgefahr zurück, sagte US-Generalstabschef Martin Dempsey dem TV-Sender ABC. "Es gibt einen bedeutenden Strom von Drohungen, und wir reagieren darauf." Die Drohungen seien gezielter als zuvor. Es gebe die "Absicht, westliche – nicht nur amerikanische Interessen – anzugreifen".

Die Botschaften Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens im Jemen öffnen am Sonntag und Montag ebenfalls nicht. Als Grund nannte das französische Außenministerium "ernstzunehmende Informationen über Bedrohungen".