Ali Akbar Velayati, ein enger Vertrauter von Ajatollah Ali Chamenei, hat sich für eine Annäherung zwischen dem Iran und der internationalen Gesellschaft ausgesprochen. Die Wahl von Präsident Hassan Ruhani sei eine Gelegenheit für den Westen, eine Einigung mit dem Iran zu finden, sagte der außenpolitische Berater des obersten iranischen Geistlichen der Nachrichtenagentur AP.

Besonders im Streit um das iranische Atomprogramm seien nun direkte Gespräche mit einzelnen Staaten, auch den USA, möglich, sagte Velayati. Chamenei hatte dies bislang abgelehnt

Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich Atomwaffen zu entwickeln. Die iranische Führung weist das zurück. Seit Jahren gibt es in dem Konflikt kaum Fortschritte.

Velayati kündigte an, dass sich der Iran künftig von dem radikalen Tonfall von Ruhanis Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad distanzieren werde. Die gleiche Sprache fortzusetzen, sei nicht sinnvoll, sagte er. "Dieselben Ziele, aber eine andere Sprache."

Chamenei wird weiterhin das letzte Wort haben

Allerdings müssten die USA und ihre Verbündeten verstehen, dass in der Außenpolitik und auch im Atomstreit weiterhin Chamenei das letzte Wort sprechen werde. Es werde sich nichts daran ändern, dass Chamenei die politischen Prinzipien festlege, denen die Regierung und der Präsident folgen müssten, sagte Velayati.

Am Wochenende hatte bereits Ruhani angekündigt, er werde außenpolitisch einen anderen Ton anschlagen als sein Vorgänger. Die Iraner hätten ihn gewählt, weil sie eine Abkehr vom Konfrontationskurs Ahmadinedschads wollten, sagte Ruhani bei der Vereidigung des neuen Außenministers Dschawad Sarif. Doch auch Ruhani schränkte ein: "Eine Neuausrichtung der Außenpolitik bedeutet keine Änderung der Prinzipien, die Prinzipien bleiben unverändert."

Ruhani hatte sein Amt am 4. August angetreten. Er hat versprochen, die durch Sanktionen schwächelnde Wirtschaft des Landes zu sanieren, indem er die Beziehungen zu den westlichen Staaten wiederbelebt. Ahmadinedschad hatte die internationale Gemeinschaft mehrfach vor den Kopf gestoßen, etwa indem er Resolutionen des UN-Sicherheitsrates als "wertlose Papiere" bezeichnete.