Hassan Ruhani hat am Sonntag vor dem Parlament in Teheran seinen Amtseid als Präsident abgelegt und seine Amtsgeschäfte aufgenommen. "Ich hoffe, dass Gott dem Volk und mir in dieser schwierigen Mission die Türen öffnen wird", sagte der 64-Jährige während seiner Rede. Ruhani skizzierte die Prioritäten seiner Amtszeit und versicherte, dass der Iran gegen jede Art von Krieg sei: "Der Iran lehnt militärische Invasionen und Brüderkriege in der ganzen Welt ab und wird demnächst Anker des Friedens und der Stabilität in der Region werden."

Laut Ruhani ist der Iran gegen militärische Interventionen oder Besatzung in der Region. Er warnte den Westen mit den Worten: "Mit Sanktionen und Kriegsdrohungen kann man dieses Volk nicht einschüchtern und zu Kompromissen zwingen." Auf den Atomstreit mit dem Westen eingehend sagte Ruhani, dass der Iran zwar für Transparenz als Basis für Vertrauen mit der ganzen Welt werben, aber seine legitimen Rechte nicht aufgeben werde. "Der Schlüssel liegt im bilateralen Respekt und nicht in Sanktionen", so der neue Präsident.

Ruhani folgt Mahmud Ahmadinedschad , der eine harte Haltung gegenüber dem Westen im Streit über Teherans Atomprogramm eingenommen hatte. Der Westen vermutet, dass der Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an der Entwicklung von Atomwaffen arbeitet. Deshalb haben die Vereinten Nationen und einzelne westliche Staaten Sanktionen verhängt. US-Senatoren diskutieren derweil, die Sanktionen zu verschärfen, wodurch die iranische Wirtschaft noch stärker belastet würde. Teheran bestreitet die Vorwürfe.

An seine Landsleute gewandt sagte Ruhani, die Menschen haben in der Präsidentenwahl klar zum Ausdruck gebracht, dass sie ein besseres Leben mit Würde und in Freiheit haben wollen. "Für mich sind alle Iraner gleich, ich bin der Präsident für alle, auch der Andersdenkenden und derjenigen, die (aus Protest) nicht mal gewählt haben." Ruhani versprach, dass seine Regierung gegen Korruption vorgehen werde.

Zum ersten Mal nach der islamischen Revolution 1979 nahmen auch ausländische Gäste an der Zeremonie der Vereidigung teil. Nach Angaben des Außenministeriums waren politische Vertreter aus 52 Ländern anwesend, die EU-Länder waren zumeist mit ihren Botschaftern vertreten.