Bei zwei Explosionen in der libanesischen Stadt Tripoli sind laut Polizei mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen, das Rote Kreuz zählte mehr als 500 Verletzte. Die Detonationen ereigneten sich in einem Abstand von fünf Minuten in der Nähe zweier Moscheen.  

Die erste Bombe explodierte den Angaben zufolge vor der Takwa-Moschee, dem Sitz eines salafistischen Imams, der als Kritiker der schiitischen Hisbollah-Miliz bekannt ist.

Die zweite Bombe ging im Stadtteil Mina hoch. Bilder zeigen Trümmer um die Gebäude und dichten Rauch, der in den Himmel aufsteigt.

Der eine Explosionsort liegt in der Nähe der Wohnung des scheidenden Regierungschefs Nadschib Mikati, der jedoch nicht anwesend war. Der andere nahe der Wohnung des ehemaligen Polizeichefs Aschra Rifi.

Zur Zeit des Freitagsgebetes halten sich in den Moscheen gewöhnlich viele Gläubige auf. Die Zahl der Toten und Verletzten kann deshalb weiter steigen.

Der Libanon gerät immer tiefer in den syrischen Bürgerkrieg hinein. Die Konfliktlinie verläuft vor allem zwischen Sunniten und Schiiten. Die schiitische Hisbollah-Miliz unterstützt offen das syrische Militär. Die meisten libanesischen Sunniten sympathisieren dagegen mit den Rebellen, die sich zum Teil auch mit Waffen und humanitärer Hilfe unterstützen.

Schon bei einem Anschlag in Beirut am 16. August waren mindestens 22 Menschen getötet worden. Eine bislang unbekannte Gruppe mutmaßlicher syrischer Rebellen hatte die Verantwortung übernommen.

Die Hisbollah hatte nach dem Anschlag Rache geschworen. Mit den Bombenanschlägen in Tripolis hat sie jedoch zumindest nach eigener Darstellung nichts zu tun.