Die US-Regierung hat nach einem Bericht der britischen Zeitung The Guardian in den vergangenen drei Jahren mindestens 100 Millionen Pfund (rund 115 Millionen Euro) in den britischen Nachrichten- und Sicherheitsdienst GCHQ (Government Communications Headquarters) investiert. Damit habe sich Washington Zugang zu britischen Geheimdienstprogrammen gesichert und Einfluss ausgeübt. Das Blatt bezog sich auf Dokumente aus den Beständen des US-Informanten Edward Snowden.

Die USA hätten im Zusammenhang mit den Zahlungen auch konkrete Forderungen an die Briten. In einem Schreiben von 2010 hieß es laut Guardian beispielsweise, die Leistung der Briten treffe noch nicht ganz die Erwartungen des US-Geheimdiensts. Die britische Regierung hatte bislang Vorwürfe zurückgewiesen, dass der GCHQ Handlangerdienste für den US-Geheimdienst NSA leiste.

NSA-Chef Keith Alexander war am gestrigen Mittwoch in die Offensive gegangen. Auf der Hacker-Konferenz Black Hat in Las Vegas rief er Computerexperten auf, dem Geheimdienst bei seiner Aufgabe zu helfen. "Wir stehen für Freiheit", sagte Alexander. Die Medien stellten Fakten über NSA-Programme falsch dar, und der Ruf der NSA-Mitarbeiter sei beschädigt. Immer wieder wurde er von skeptischen Zwischenrufen unterbrochen, berichteten Medien.