Russlands Präsident Wladimir Putin hat von den USA Belege für einen Chemiewaffen-Einsatz durch das Regime in Syrien gefordert. Die US-Regierung habe angeblich Beweise für einen solchen Einsatz. "Also gut, sollen sie die Beweise den UN-Inspektoren und dem UN-Sicherheitsrat vorlegen. Und wenn sie keine vorzeigen, dann heißt das, dass sie keine haben", sagte Putin.

Nach Angaben des Präsidenten wäre es "völliger Unfug" für die Regierung von Präsident Baschar al-Assad, Giftgas einzusetzen, während sie im Begriff sei, den Krieg zu gewinnen. Durch einen möglichen Chemiewaffen-Einsatz würden sie "denen eine Trumpfkarte in die Hand geben, die nach einer Militärintervention rufen". Zudem entspreche es keiner Logik, Giftgas an dem Tag einzusetzen, an dem UN-Beobachter nach Syrien gekommen seien.

Er sei überzeugt, dass es sich bei dem Einsatz um eine Provokation handele, um andere Länder in den Konflikt hineinzuziehen, sagte Putin. Zuvor hatte bereits ein Sprecher des russischen Außenministeriums die Überlegungen über eine Militäraktion in Syrien als "völlig inakzeptabel" bezeichnet .

Russlands Präsident erinnerte Obama daran, dass dieser Friedensnobelpreisträger sei. "Haben die von den USA initiierten bewaffneten Konflikte je geholfen, auch nur ein Problem zu lösen?" Weder in Afghanistan noch im Irak gebe es Frieden oder Demokratie. Das alles müsse man beachten, bevor man sich für Luftschläge entscheide, "bei denen es zweifellos Opfer in der Zivilbevölkerung geben wird".

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US-Außenminister John Kerry hatte bekannt gegeben, dass die US-Regierung "eindeutige Beweise" habe , dass das Assad-Regime am 21. August einen Giftgasangriff verübt hat. Dabei seien 1.429 Menschen getötet worden.

Präsident Barack Obama zieht darum auch ohne UN-Mandat eine begrenzte Militäraktion in Syrien in Betracht . Unterstützt wird er unter anderem von Frankreichs Präsident François Hollande . Das britische Parlament hatte die Beteiligung an einer Intervention in Syrien überraschend abgelehnt .

Im UN-Sicherheitsrat hat es bisher kein Ergebnis zur Syrien-Frage gegeben: Russland, das eines der wichtigsten Unterstützer des syrischen Präsidenten Assad ist, hat bislang jede Resolution, die militärische Gewalt als Möglichkeit einschließt, mit seinem Veto blockiert.

Putin sprach sich dafür aus, beim G20-Gipfel Anfang September in St. Petersburg über Syrien zu sprechen. "Es ist nicht der Weltsicherheitsrat , aber ein guter Ort für das Problem", sagte er.