Die Partei des Langzeitpräsidenten von Simbabwe, Robert Mugabe, liegt nach ersten Stimmenauszählungen bei den Parlamentswahlen vorn. Nach Angaben der nationalen Wahlkommission vom späten Donnerstagabend gewann Mugabes Partei Zanu-PF 52 Sitze. Die MDC von Ministerpräsident Morgan Tsvangirai kam demnach auf zehn Mandate. Insgesamt geht es um 210 Abgeordnetensitze. Die Ergebnisse der Präsidentenwahl werden in den kommenden Tagen erwartet. 

Die Zanu-PF zeigte sich überzeugt, dass Mugabe wiedergewählt wird. Tsvangirais MDC geht davon aus, dass die Wahlergebnisse von Zanu-PF gefälscht werden. Sollte keiner der fünf Präsidentschaftskandidaten eine absolute Mehrheit erzielen, gibt es am 11. September eine Stichwahl.

Oppositionelle und Bürgerrechtler sprachen am Donnerstag von Manipulation und Betrug bei den Wahlen. Die Abstimmung sei "null und nichtig", sagte Tsvangirai in Harare. Die Beobachter der einflussreichen Afrikanischen Union (AU) beschrieben die Wahl dagegen überraschend früh als insgesamt fair. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Abstimmung ungerecht gewesen sei, auch wenn es manche Probleme mit den Wählerlisten und der Abweisung von Wählern gegeben habe, heißt es in dem Bericht der AU-Wahlbeobachter. 

UN und EU vertrauen auf einen fairen Wahlverlauf

Da nur Wahlbeobachter aus Afrika und Staaten wie China, Russland, Kuba oder dem Iran zugelassen waren, kommt dem Urteil der AU eine große Bedeutung zu. Die Vereinten Nationen (UN) und die Europäische Union (EU), die auf Druck Mugabes keine Beobachter schicken durfte, hatten stets betont, sie vertrauten auf die Wahlbeobachter der AU und der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC.

Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton appellierte in Brüssel an alle Parteien in Simbabwe, Ruhe zu bewahren, bis die Wahlergebnisse bekannt seien. Die EU hatte in Anerkennung der demokratischen Fortschritte in Simbabwe teilweise die Sanktionen gegen das Land aufgehoben.

Wahlen und Wahlkämpfe in Simbabwe waren oft geprägt von politischer Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Wahlbetrug. Bei der letzten Abstimmung 2008 fielen mehr als 200 Menschen politisch motivierter Gewalt zum Opfer.