Die Partei des simbabwischen Regierungschefs Morgan Tsvangirai hat Einspruch gegen das offizielle Ergebnis der Präsidentenwahl erhoben. Anwälte der Bewegung für den Demokratischen Wandel (MDC) reichten am Freitag eine entsprechende Klage beim Verfassungsgericht in Harare ein, sagte ein Parteisprecher Douglas Mwonzora. Die Wahl müsse "für null und nichtig erklärt" werden. Er forderte eine baldige Neuwahl.

Die Anfechtung der Abstimmung, die Robert Mugabe Ende Juli nach offiziellen Angaben für sich entschied, wird mit 15 Punkten begründet – darunter Bestechung. Vertreter der Opposition kritisierten auch, dass auf den Wählerlisten 870.000 Namen doppelt aufgeführt waren.

Bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen hatten Mugabe und seine Partei ZANU-PF nach offiziellen Angaben haushohe Siege eingefahren. Nach Angaben der Wahlkommission erhielt der 89-jährige Staatschef 61 Prozent der Stimmen und kann damit nach 33 Jahren an der Macht seine siebte Amtszeit antreten. Seine Partei erhält im neuen Parlament eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

International wurden rasch Zweifel an dem Ergebnis laut. Die USA, Deutschland und die UN hatten sich skeptisch über die Rechtmäßigkeit der Abstimmung geäußert. Südafrika und andere afrikanische Staaten dagegen erkannten den Sieg Mugabes an.

Beobachter kritisierten, dass der Wahlkommission zufolge etwa 305.000 Bürger in den Wahllokalen abgewiesen worden waren. Etwa 206.000 hätten zudem "Wahlassistenz" in Anspruch genommen. Diese Hilfe ist für behinderte oder bildungsschwache Menschen gedacht, die Schwierigkeiten bei einer ordnungsgemäßen Stimmabgabe haben. Insgesamt gingen 3,5 der 6,4 Millionen Stimmberechtigten zur Wahl. Bürgerrechtsorganisationen hatten schon vor der Abstimmung bemängelt, dass sich bis zu eine Million vor allem junge Menschen in den Städten nicht in den offiziellen Wählerlisten wiederfinden würden.