Im syrischen Bürgerkrieg will die islamistische Rebellengruppe Al-Nusra-Front für die mutmaßlichen Angriffe mit Chemiewaffen Vergeltung üben. "Die alawitischen Dörfer werden den Preis für jede chemische Rakete zahlen, die unser Volk in Damaskus getroffen hat", sagte der Kommandeur der Al-Nusra-Front, Abu Mohammed al-Dschawlani, in einer im Internet veröffentlichten Audiobotschaft. "Zusätzlich werden wir tausend Raketen vorbereiten, die wir auf ihre Städte feuern, um das Massaker in Ghuta bei Damaskus zu rächen."

Am Mittwoch waren nach Angaben der Rebellen bei mehreren Angriffen mit Chemiewaffen etwa 1.300 Menschen getötet worden. Nach Erkenntnissen der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sind in syrischen Krankenhäusern 355 Patienten an neurotoxischen Symptomen gestorben. Tausende weitere mit derartigen Beschwerden würden in drei Krankenhäusern der Region behandelt.

Die syrische Regierung von Baschar al-Assad und die Widerstandskämpfer beschuldigen sich seit Tagen gegenseitig, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Die USA, die den Einsatz von Giftgas vor einem Jahr als "rote Linie" bezeichnet hatten, haben ihre Beratungen über einen Militäreinsatz in Syrien intensiviert. UN-Ermittler sollen nun Zugang zu der Region erhalten, um die Umstände des Angriffs aufzuklären.

Die Al-Nusra-Front steht der Extremistenorganisation Al-Kaida nahe. Die religiöse Minderheit der Alawiten steht mehrheitlich hinter Präsident Assad, der selbst Alawit ist. Der seit zwei Jahren währende Bürgerkrieg in Syrien hat sich zu einem religiösen Konflikt zwischen Sunniten und Alawiten entwickelt.