Nahe des Bundeswehr-Standorts Kundus ist der Chef der unabhängigen Wahlkommission für die nordafghanische Provinz getötet worden. Zwei Männer auf einem Motorrad hätten das Feuer auf Amanullah Aman vor dessen Haus in Kundus-Stadt eröffnet, sagte ein Polizeisprecher. Aman sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.     

Die Taliban bekannten sich zu dem Attentat. Sie hatten Anschläge auf Wahlhelfer und -organisatoren angekündigt. 

Noch am Dienstag hatte Aman in einem Reuters-Interview gewarnt, die immer schlechtere Sicherheitslage in Afghanistan gefährde die für 2014 geplante Präsidentenwahl

Dennoch habe Aman zuvor mehrfach das Angebot der Polizei abgelehnt, ihm Leibwächter zu stellen, hieß es.

Seit vergangenem Montag können sich Bewerber für das Präsidentenamt in Afghanistan bei der Wahlkommission registrieren lassen. Die Wahl eines Nachfolgers von Präsident Hamid Karsai – der nach der Verfassung nicht erneut kandidieren darf – ist für den 5. April geplant. 

Die Bundeswehr will noch in diesem Herbst ihre Kampfeinheiten aus Kundus abziehen. Danach sind die afghanische Armee und Polizei endgültig allein dafür verantwortlich, in der Region für Sicherheit zu sorgen. Die Sicherheitslage in der Provinz ist nach wie vor angespannt.