Ein ehemaliger FBI-Agent muss für die Weitergabe von Geheiminformationen an die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ins Gefängnis. Donald Sachtleben habe sich in einem gerichtlichen Vergleich schuldig bekannt, einem AP-Reporter gesetzeswidrig über einen vereitelten Terroranschlag Auskunft gegeben zu haben, teilte das Justizministerium am Montag in Washington mit.

Er sei die Quelle für einen exklusiven Bericht der Agentur im Mai 2012 gewesen, der Details über eine Aktion des US-Geheimdienstes CIA im Jemen genannt hatte. Der lokaler Ableger der Terrororganisation Al-Kaida soll damals versucht haben, eine Bombe in einem Flugzeug zu zünden. Der 55-Jährige habe zugestimmt, für die Weitergabe der Informationen 43 Monate lang ins Gefängnis zu gehen.

Der Fall hatte im vergangenen Mai für Aufsehen gesorgt, weil das Justizministerium sich für die Aufklärung des Falls heimlich Telefondaten des Medienunternehmens verschafft haben soll. Nach Angaben von AP handelte es sich dabei um die Anruflisten von 20 Anschlüssen. Mehr als 100 Journalisten seien ausspioniert worden. Einer davon sei der Reporter gewesen, mit dem Sachtleben Kontakt hatte, heißt es in einem Papier der Anklage.  

US-Justizminister Eric Holder räumte die Überwachung ein und rechtfertigte sie damit, dass es um einen sehr ernsten Fall von Geheimnisverrat gegangen sei. Medien und Bürgerrechtsorganisationen verurteilten das Vorgehen der Behörden. Sie warnten davor, dass Journalisten in ihrer Arbeit beeinträchtigt werden könnten.