Bei dem Terrorangriff auf ein Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind mindestens 59 Menschen getötet worden. Am Sonntagmorgen waren erneut Schüsse zu hören. Die Al-Kaida nahestehenden Angreifer haben eine nicht genau bekannte Anzahl von Menschen in ihrer Gewalt, teilten Behörden in Kenia mit.

Unter den Toten sollen Berichten zufolge auch ein Neffe des Präsidenten Uhuru Kenyatta und seine Verlobte sein. Offenbar konnten mindestens vier Geiseln aus dem Gebäude befreit werden.

Etwa 18 maskierte Terroristen hatten am Samstagmittag das Westgate-Einkaufszentrum gestürmt. Sie schossen um sich und warfen Granaten. Auf Twitter bekannte sich die islamistische Al-Shabaab-Miliz aus dem Nachbarland Somalia zu dem Überfall.

Die USA boten Kenia Hilfe bei der Ergreifung der islamistischen Terroristen an. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte die Tat und sagte den kenianischen Behörden volle Unterstützung zu. "Wir wollen das Äußerste tun, um dazu beizutragen, dass solche Angriffe künftig verhindert werden." Der UN-Sicherheitsrat sowie UN-Generalsekretät Ban Ki Moon verurteilten den Gewaltakt.

Kunden und Angestellte in Gewalt der Angreifer

Dem Katastrophenschutz zufolge sind sowohl Angestellte des Einkaufszentrums als auch Kunden in der Gewalt der Angreifer. Die Polizei geht von zehn Terroristen aus, die sich in dem Einkaufszentrum mit den Geiseln verschanzen. Die Angreifer griffen gezielt Nicht-Muslime an.

"Der Einsatz geht weiter, es darf aber nichts überstürzt werden", sagte ein Militärvertreter vor Ort. "Unsere Teams sind da. Wir werden das hier beenden, sobald wir können".

Unter den Toten sind auch mehrere Ausländer. Zwei Franzosen und zwei Kanadier kamen ums Leben, teilten die Regierungen mit. Dem Auswärtigen Amt lagen keine Erkenntnisse darüber vor, dass Deutsche betroffen sein könnten. Nach Angaben des US-Außenministeriums wurden mehrere US-Bürger verletzt.