Islamisten und Mitarbeiter fremder Dienste haben wiederholt versucht, US-Geheimdienste zu infiltrieren. Dies berichtet die Washington Post und beruft sich auf Dokumente des früheren Geheimdienstmitarbeiters und Whistleblowers Edward Snowden.

Demnach haben ein Fünftel der Bewerber mit einem suspekten Hintergrund bei dem Auslandsgeheimdienst CIA "bedeutende terroristische oder feindliche geheimdienstliche Verbindungen". Am häufigsten wurden Kontakte zur palästinensischen Hamas , zur libanesischen Hisbollah und dem internationalen Terrornetzwerk Al-Kaida genannt.

Solche Versuche der Unterwanderung sind den Diensten nicht fremd – sie vermuten dies nicht nur in den Reihen der Anwärter, sondern auch in denen ihrer Mitarbeiter. So plante die NSA dem Bericht zufolge schon im vergangenen Jahr die Überwachung von mindestens 4.000 Angestellten und insbesondere deren Verhalten am Computer. 

Zwei Quellen, die mit der für die Überwachung verwendeten Software vertraut sind, sagten der Washington Post , es werde etwa geprüft, wer mehrere Dokumente zugleich herunterlade oder Datenbanken nutze, die er gewöhnlich nicht verwende.

Wirklich effektiv sind die Maßnahmen aber allem Anschein nach nicht. So verhinderten sie  nicht, dass Snowden große Mengen klassifizierter NSA-Dokumente herunterlud und veröffentlichte. Der IT-Experte war zuletzt bei einer Firma beschäftigt, die der NSA zuarbeitete. Im Mai setzte er sich nach Hongkong ab und gab zahlreiche sensible Dokumente an ausgewählte Medien weiter. Inzwischen fand der 30-Jährige vorläufig Zuflucht in Russland . Die US-Justiz will ihn wegen Geheimnisverrats vor Gericht stellen.

Terroristen und Whistleblower gleichgesetzt

Grundlage für die Überwachung der NSA-Mitarbeiter war ein Beschluss des Kongresses, der den Geheimdienstkoordinator James Clapper im Jahr 2011 beauftragte, ein entsprechendes Programm aufzubauen. Dadurch sollten Lecks und der Missbrauch von Datenbanken verhindert sowie Doppelagenten aufgedeckt werden. Auslöser hierfür wiederum waren die Enthüllungen des Soldaten Bradley Manning, der ein Jahr zuvor riesige Mengen vertraulicher Dokumente an die Plattform WikiLeaks weitergegeben hatte.

Die Umsetzung der Programme wurde allerdings mehrfach verzögert. Kritiker monieren, dass bei dem Programm Spione, Terroristen und sogenannte Whistleblower, die interne Missstände aufzudecken versuchen, gleichgesetzt werden.