US-Präsident Barack Obama will sein Land mit dem Iran aussöhnen. In einer Rede vor den Vereinten Nationen machte er klar, dass er eine friedliche Lösung im Atomstreit suche. "Ich glaube fest, dass der diplomatische Weg ausprobiert werden muss", sagte Obama. Er sei ermutigt durch den moderaten Kurs des neuen iranischen Präsidenten Hassan Ruhani.

Doch fügte Obama hinzu: Ruhanis "besänftigenden Worten müssen Taten folgen, die transparent und verifizierbar sind". Der Iran müsse seine internationalen Verpflichtungen erfüllen, sagte er. Die Führung müsse mit konkretem Handeln zeigen, dass es keine Atomwaffen anstrebe.  

Eine Lösung des Atomkonflikts könnte der erste Schritt in einer Aussöhnung beider Länder sein, sagte der US-Präsident. Noch sei das Misstrauen aber groß, sagte er. Westliche Staaten vermuten, dass Iran Atombomben bauen will . Die Regierung bestreitet das. Am Donnerstag soll es erstmals seit Monaten in New York wieder direkte Gespräche des Irans mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland geben. 

Obama sprach im Rahmen der Vollversammlung der UN, in der die Vertreter aller 193 Mitgliedsstaaten bis kommenden Dienstag tagen. Reden werden Angehörige aller Staaten, auch assoziierte Mitglieder wie Palästina und der Vatikan. Gleich am Eröffnungstag soll neben Obama auch Frankreichs Präsident François Hollande ans Mikrofon treten, ebenso der neue iranische Präsident Hassan Ruhani, dessen Auftritt nach den Äußerungen Obamas mit besonderer Spannung erwartet wird.

Der US-Präsident rief die internationale Gemeinschaft zu entschlossenem Handeln gegen den Chemiewaffengebrauch in Syrien auf. Es gebe keinen Zweifel daran, dass das Regime in Damaskus für den Giftgasangriff vom 21. August nahe Damaskus verantwortlich sei. Es müsse jetzt eine starke Antwort durch den UN-Sicherheitsrat geben.

Werben für Friedensprozess in Nahost

Die Führung in Syrien hatte unlängst einem Vorschlag Russlands und der USA zugestimmt, ihre chemischen Waffen zu vernichten , um einen US-Militärschlag abzuwenden. Die USA hatten Syrien mit einer Militäraktion gedroht, nachdem bei dem Giftgasangriff mehr als 1.000 Menschen starben.

Im Nahost-Konflikt zwischen den Israelis und Palästinensern ruft Obama alle beteiligten Parteien auf, die Risiken auf dem Weg zu einer Friedenslösung auf sich zu nehmen. Er bekräftigte, dass eine Zwei-Staaten-Lösung der einzig echte Weg zum Frieden sei. "So wie das palästinensische Volk nicht versetzt werden darf, wird der israelische Staat bestehen bleiben", sagte der US-Präsident.       

Echte Durchbrüche im Atomstreit mit dem Iran und in dem Friedensprozess hätten positive Auswirkungen auf die gesamte Region einschließlich Afrika .

Obama bekräftigte, mit der Militärführung in Ägypten weiterhin eine "konstruktive Beziehung" beizubehalten. Allerdings werde weitere militärische Hilfe davon abhängen, ob die Führung einen demokratischeren Kurs einschlägt. Indirekt unterstützte Obama den Sturz des islamischen Präsidenten Mohammed Mursi . Dieser sei nicht in der Lage gewesen, die Forderungen der Gesellschaft umzusetzen. Washington habe aber für keine Seite Partei ergriffen, meinte Obama.