In Athen haben sich Tausende Menschen zu Protesten gegen Rechtsextremismus und Massenentlassungen versammelt. Ein tödlicher Messerangriff auf einen linksgerichteten Musiker durch einen Rechtsextremisten hat die politischen Spannungen in Griechenland verschärft. Der Angreifer ist Mitglied der Neonazi-Partei Goldene Morgenröte und bekannte sich zu der Tat.

Die spontane Wut über den Tod des 34-Jährigen vermengte sich mit länger geplanten Protesten gegen die rigide Sparpolitik der griechischen Regierung und Entlassungen im öffentlichen Sektor . Tausende Staatsbedienstete legten am Mittwoch die Arbeit nieder und zogen in Athen und Thessaloniki auf die Straße, auch um ihre Solidarität mit dem Getöteten und Ablehnung der Rechtsextremen zu demonstrieren.

Die griechische Regierung erwägt schon länger, ein Verbot der Partei Goldene Morgenröte , die in Umfragen bei mehr als 13 Prozent liegt und damit drittstärkste politische Kraft ist. Seit der letzten Wahl haben die Rechtsextremen 18 Sitze im Parlament.  

Gewalt zwischen Kommunisten und Rechtsextremen

Justizminister Nikos Dendias sagte nach dem Vorfall: "Ich rufe alle demokratischen Kräfte auf, zusammen zu entscheiden, dass der Staat und die Gesellschaft keine Taten mehr akzeptieren, die die Demokratie untergraben." Die Regierung werde mit den demokratischen Parteien Wege suchen, wie die Goldene Morgenröte als verbrecherische Organisation verboten werden könne.

Bei dem Opfer handelt es sich laut Polizei um einen 34-jährigen Musiker, der im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlag. Örtlichen Medien zufolge war er gegen Mitternacht vor einem Lokal in einen Streit über Fußball geraten, der sich dann zu einer Auseinandersetzung über politische Themen entwickelte.

Der mutmaßliche Täter, der bei seiner Festnahme ein Messer bei sich trug, bekannte sich zu der Tat und gab laut Polizei zu, Mitglied der Goldenen Morgenröte zu sein. Daraufhin durchsuchte die Polizei Büros der Partei in Athen. Die rechtsextreme Partei stritt jede Verwicklung in die Tat ab, die "politisch instrumentalisiert" worden sei.

Schon am Freitag waren bei gewaltsamen Zusammenstößen in der Vorstadt von Athen acht Mitglieder der kommunistischen Partei KKE verletzt worden. Auch dafür wurden Anhänger der Goldenen Morgenröte verantwortlich gemacht.