Russlands Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama haben sich zum Ende des G-20-Gipfels in St. Petersburg doch zu einem persönlichen Gespräch über Syrien getroffen. "Jeder ist bei seiner Meinung geblieben, aber es gibt weiterhin einen Dialog", sagte Putin. Er sicherte Syrien weitere Unterstützung zu. "Auch jetzt helfen wir bereits: Wir liefern Waffen", sagte Putin. Ein militärisches Eingreifen schließt der russische Präsident aber aus.

Die Bemühungen um ein geschlossenes Vorgehen gegen Syriens Führung sind auf dem G-20-Gipfel damit gescheitert. Lediglich zehn Länder, darunter Großbritannien , Frankreich und Spanien , stellten sich in einer Erklärung hinter die Angriffspläne der USA als Antwort auf den Giftgaseinsatz in Syrien. "Wir unterstützen von den USA und anderen Ländern unternommene Anstrengungen, das Verbot des Chemiewaffeneinsatzes zu bekräftigen", heißt es darin. Deutschland unterzeichnete die Erklärung nicht – als einziges europäisches Land.

"Die Bundesregierung hat sich an der Erklärung der zehn G-20-Mitgliedstaaten nicht beteiligt, weil ihr zuvorderst daran liegt, eine gemeinsame EU-Haltung zu erreichen", sagte ein Regierungssprecher. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe in Absprache mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, Hermann Van Rompuy, eine Vorfestlegung vermieden, sagte der Sprecher.

Die angespannte Stimmung zwischen Obama und Putin in St. Petersburg äußerte sich während der Aufstellung zum Gruppenfoto. " Here he comes " (Hier kommt er), sagte Obama, als Gastgeber Putin zu den Staats- und Regierungschefs trat. Als Putin an seinem Kollegen in der ersten Reihe vorbeiging, schaute der US-Präsident zu Boden. Auch Putin suchte keinen Augenkontakt.

Frankreich fordert gemeinsame EU-Haltung

Obama sagte, er werde sich am Dienstag in einer Rede an die Bevölkerung wenden und seine Syrien-Strategie erläutern. "Die Welt kann nicht tatenlos zusehen." Zugleich räumte er ein, dass es auch schwierig werde, den US-Kongress von einem Angriff zu überzeugen .

So lange will auch Frankreich abwarten. Präsident François Hollande sagte in St. Petersburg, er werde nicht im Alleingang handeln. Zugleich forderte der französische Außenminister Laurent Fabius die Europäische Union zu einer geschlossenen Haltung auf. Fabius sagte, die EU sollte nicht erst den Bericht der UN-Chemiewaffeninspekteure abwarten, sondern das Argument seiner Regierung akzeptieren, dass das Regime von Präsident Baschar al-Assad für den Giftgasangriff vom 21. August bei Damaskus verantwortlich sei. Die UN-Experten würden zudem keine Schuldfrage klären, sondern lediglich bestätigen, ob Giftgas eingesetzt wurde. "Eine Frage, deren Antwort schon jeder kennt", sagte Fabius.   

Frankreich ist bislang der einzige EU-Staat, der den USA seine militärische Unterstützung für einen Angriff gegen Assad zugesagt hat, notfalls auch ohne UN-Mandat. Das französische Militär bereitet sich derzeit darauf vor.