In Schleswig-Holstein hat die Bundespolizei einen Doppeldeckerbus mit 85 syrischen Flüchtlingen angehalten. Die Gruppe mit etwa 30 Kindern war nach ersten Erkenntnissen von Italien nach Kopenhagen unterwegs. Kurz vor der dänischen Grenze wurden die drei italienischen Busfahrer von den Beamten gestoppt. Es wurde Anzeige wegen Schleusung gestellt, teilte die Bundespolizei mit. Zudem stellten die Beamten im Bus rund 14.000 Euro sicher. Ob es sich um gezahltes Schleuser-Geld handelt, konnte die Bundespolizei nicht mit Sicherheit sagen.

Ein Großteil der Flüchtlinge sei in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster untergekommen. Auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks in Flensburg wurde zwischenzeitlich ein provisorisches Lager mit Feldbetten eingerichtet. Noch ist unklar, was weiter mit den Flüchtlingen geschehen soll.

Nach Behördenangaben sind die Flüchtlinge unversehrt. "Sie waren erschöpft, aber in einer guten Verfassung. Das bestätigte uns auch ein Arzt", sagte der Pressesprecher der Flensburger Bundespolizei, Hanspeter Schwartz. Die Ermittler hätten die Gruppe in einer vergleichsweise entspannten Situation vorgefunden. "Die Kinder haben mit Luftballons gespielt", sagte Schwartz weiter.

Seit dem Ausbruch des Konflikts im März 2011 kamen 18.000 Menschen auf eigene Faust aus Syrien nach Deutschland, um hier um Asyl zu bitten. Für sie gelten die normalen Vorgaben für Asylbewerber. Der Bund hat sich bereit erklärt, bis zum Jahresende 5.000 Menschen gezielt aus dem Bürgerkriegsland zu holen und aufzunehmen.