Ein deutscher Ingenieur der Hilfsorganisation Grünhelme, der seit 111 Tagen von Dschihadisten in Syrien festgehalten wurde, hat sich selbst befreien können. Das teilte die Organisation auf ihrer Website mit. Der 72-Jährige hat nach Aussagen von Grünhelme-Gründer Rupert Neudeck eine Aluminiumtür aufstemmen und sich befreien können. Angeblich schliefen die Bewacher.  

Der syrischstämmige Mann war zusammen mit zwei weiteren deutschen Ingenieuren am 15. Mai in Harem entführt worden. Er sollte dort den Bau eines Krankenhauses in einem ausgebrannten Gebäude organisieren.

In einem mehrstündigen Fußmarsch sei der 72-Jährige nach seiner Flucht aus seinem Gefängnis in eine syrische Kleinstadt an der türkischen Grenze gelangt. Dort nahmen ihn örtliche Rebellen unter ihren Schutz und brachten ihn über die Grenze in die Südtürkei, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. Der syrischstämmige Ingenieur und seine zwei deutschen Kollegen waren nach Aussagen Neudecks nachts aus ihrem Haus im Ort Harem verschleppt worden, wo sie eine Klinik aufbauen wollten.

"Wir sind überglücklich", sagte Neudeck der Zeitung, dass sich "am Ende alle drei Entführten haben selbst befreien können." Der Alptraum habe nun ein Ende. Erleichtert zeigte sich Neudeck außerdem, dass kein Lösegeld geflossen sei. Nach einem Telefongespräch mit dem Mann gehe er davon aus, dass es ihm, gemessen an den Strapazen, gut gehe. "Seine Stimme klang stabil".

Als den beiden anderen Deutschen Anfang Juli die Flucht gelungen war, wurde die verbliebene Geisel in ein Lager in den Bergen gebracht. Zuletzt waren für den Mann 25 Millionen Euro Lösegeld gefordert worden.