Mehrere mächtige Rebellengruppen in Syrien haben sich von der Nationalen Koalition losgesagt. Das Bündnis, das im Ausland als wichtigste oppositionelle Organisation gilt, "vertritt uns nicht und wir erkennen es nicht an", hieß es in einer Mitteilung von 13 Gruppierungen, darunter die Freie Syrische Armee, der militärischen Hauptorganisation der Rebellen. Außerdem unterschrieben die radikalislamische Al-Nusra-Front und die Tawhid-Brigade, die wichtigste Rebellengruppe in der nördlichen Provinz Aleppo.

Die Ablehnung gilt auch für die sogenannte Übergangsregierung um Ahmed Tomeh, die von der Nationalen Koalition bestimmt wurde für die von den Aufständischen kontrollierten Gebiete in Syrien.

Die Gruppen riefen in der Mitteilung zur Anwendung des islamischen Rechts, der Scharia, auf. "Alle militärischen und zivilen Gruppen" sollten sie zur "einzigen Quelle der Gesetzgebung" machen. Darüber hinaus wird in der Erklärung zu Einigkeit innerhalb der Rebellenbewegung aufgerufen.

Die syrische Opposition ist seit Langem stark zersplittert. Im Norden des Landes hatte es zuletzt auch Kämpfe zwischen mehreren Rebellengruppen und der Al-Kaida nahestehenden dschihadistischen Gruppe Islamischer Staat des Irak und der Levante gegeben. Die Nationale Koalition wirft den Dschihadisten vor, sich vom Kampf gegen Staatspräsident Baschar al-Assad abzuwenden und stattdessen ihren Einfluss in den "befreiten Zonen" auszudehnen.

Die Nationale Koalition wiederum bekommt Unterstützung von westlichen und Golfstaaten und wird von den Oppositionellen in Syrien kritisch gesehen: Sie werfen der Nationalen Koalition vor, keinen Kontakt zu haben zu den Menschen in dem Land, in dem seit Beginn des Aufstandes vor zweieinhalb Jahren mehr als 100.000 Menschen ums Leben kamen.