Der Chef des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, warnt vor Islamisten aus Deutschland, die sich derzeit in Syrien befinden. Wegen des bislang ausgefallenen US-Militärschlags sei es für sie noch interessanter geworden, sich an den dortigen Kämpfen zu beteiligen, sagte Maaßen im Deutschlandfunk: "Die Tatsache, dass der Westen nicht eingegriffen hat in Syrien, kann durchaus auch bei Islamisten dazu führen, dass sie sich weiter radikalisieren, und dass sie verstärkt die islamistische Opposition auch in Syrien unterstützen wollen."

Bislang seien 170 Islamisten aus Deutschland nach Syrien aufgebrochen. "Das ist eine deutliche Zunahme noch gegenüber vor einigen Monaten, wo wir es mit 120 Personen zu tun hatten", sagte Maaßen. Dies erfülle ihn mit Sorge, "weil diese Personen vermutlich wieder zurückkommen werden. Sie werden wahrscheinlich Kampferfahrung haben, sie werden möglicherweise sogar einen Auftrag haben, einen terroristischen Auftrag."

Die Zahl der tschetschenischen Separatisten, die in Deutschland möglicherweise dazu bereit sind, Terroranschläge zu unterstützen, gibt Maaßen mit rund 200 an. Nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon im April in den USA durch zwei junge Tschetschenen hatten die Sicherheitsbehörden ein besonderes Augenmerk auf die tschetschenischen Islamisten in Deutschland gelegt.

Maaßen erklärte, in Deutschland seien in den vergangenen Jahren nach seiner Kenntnis sieben Anschläge dank guter Arbeit von Nachrichtendiensten verhindert worden.