Die von Islamisten gebildete tunesische Regierung ist bereit zum Rücktritt. Sie akzeptierte einen Plan, nach dem eine Übergangsregierung aus überparteilichen Experten gebildet werden soll. Die islamistische Regierungspartei Ennahda will in den nächsten drei Wochen mit den weltlichen Oppositionsparteien die Zusammensetzung der neuen Führung aushandeln. 

Die wichtigste Aufgabe der Übergangsregierung soll die Vorbereitung von Neuwahlen sein. Der Plan ist das Ergebnis von monatelangen Gesprächen zwischen Regierung und Opposition, die von den Gewerkschaften vermittelt wurden.

In Tunesien hatte 2011 der Arabische Frühling begonnen, dem Sturz des Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali folgte die Entmachtung vieler autoritär regierender Staatschefs.  

Tunesien ist jedoch seither politisch instabil. Die Situation hatte sich nach Morden an zwei Oppositionspolitikern in den vergangenen Monaten verschärft.

Hauptstreitpunkt war die Rolle des Islams im politischen und gesellschaftlichen Leben. Viele weltlich orientierte Tunesier wehren sich gegen die von der Ennahda betriebene Islamisierung.