Irans neuer Präsident Hassan Ruhani hat sein Land als einen "Anker der Stabilität in einer Region der Instabilität" bezeichnet. "Die sogenannte iranische Bedrohung ist nur eine ausgedachte Bedrohung", sagte Ruhani vor der UN-Vollversammlung in New York .

Das iranische Atomprogramm habe einen ausschließlich friedlichen Charakter. Nuklearwaffen hätten keinen Platz in der iranischen Verteidigungsdoktrin und seien gegen die religiösen Überzeugungen des Landes.

Ruhani griff indirekt die USA an, als er sich dagegen aussprach, dass die USA weiter Angriffe mit unbemannten Drohnen fliegen. "Der Einsatz von Drohnen gegen Unschuldige im Namen des Kampfes gegen Terrorismus muss verurteilt werden." Zu versuchen, der Welt westliche Werte überzustülpen, sei eine "Fortsetzung des Kalten Krieges".

Den Staaten außerhalb der Region warf er vor, den Konflikt in Syrien durch Waffenlieferungen "militarisiert" zu haben. Dass syrische Extremisten Chemiewaffen besäßen, sei die größte Gefahr für den Nahen Osten, sagte Ruhani. Der Bürgerkrieg sei eine humanitäre Katastrophe. "Es gibt dafür keine militärische Lösung."

Es war der erste Auftritt des iranischen Präsidenten vor den Vereinten Nationen . Sein Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad hatte dort gedroht, Israel zu vernichten und den Holocaust geleugnet. Das hatte immer wieder Skandale ausgelöst.

Bevor Ruhani zur UN-Vollversammlung sprach, hatte er sich mit Frankreichs Präsident François Hollande getroffen. Die Staatschefs führten in der französischen UN-Botschaft ein 40-minütiges Gespräch. Hollande äußerte sich positiv über "diesen ersten Kontakt, der nach weiteren ruft". Ruhani sagte, er wünsche sich "eine bessere Zukunft" für die Beziehungen der beiden Länder.