Die Schweizer haben in einem Referendum die Abschaffung der Wehrpflicht mit großer Mehrheit abgelehnt. Wie Nachwahlbefragungen des Meinungsforschungsinstituts GFS ergaben, stimmten 73 Prozent der Wähler gegen die Abschaffung und nur 27 Prozent dafür.

Initiiert hatte das Referendum die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee, die seit Ende der achtziger Jahre bereits zweimal mit Referenden gescheitert ist. Ihr gehören Sozialisten, die Grünen sowie Friedensorganisationen und Feministinnen an. Von den großen Parteien unterstützten nur die Sozialdemokraten (SP) die Initiative.

Nach dem bisherigen und nun bestätigten System müssen alle Schweizer Männer zwischen 18 und 32 Jahren zur Armee. Nach einer siebenwöchigen Grundausbildung werden sie über Jahre hinweg immer wieder zu Übungen herangezogen, ihre Waffe behalten sie in der Zwischenzeit bei sich zu Hause. Seit 1992 können Verweigerer auch Zivildienst leisten.

Die Gegner der allgemeinen Wehrpflicht halten diese für ein Relikt. Ihre Befürworter sehen sie hingegen als Symbol der nationalen Identität und Garant der nationalen Sicherheit.