Georgiens früherer Bildungsminister Georgi Margwelaschwili ist laut ersten Prognosen als überlegener Sieger aus der Präsidentschaftswahl hervorgegangen. Der Kandidat des Sechs-Parteien-Bündnisses Georgischer Traum holte demnach mehr als 66 Prozent der Stimmen und damit die absolute Mehrheit.

Einer Stichwahl müsste sich Margwelaschwili demnach nicht stellen. Der 44-Jährige verfügt über geringe politische Erfahrung, gilt aber als Vertrauter von Ministerpräsident Bidsina Iwanischwili. Vor seiner Zeit als Bildungsminister hatte er als Philosophieprofessor gearbeitet.

Er folgt auf den umstrittenen Staatschef Michail Saakaschwili, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte. Der von Saakaschwili unterstützte David Bakradse lag den Befragungen zufolge mit 22 Prozent der Stimmen auf Platz zwei. Insgesamt hatten sich 23 Kandidaten zur Wahl gestellt.

Unter Saakaschwili hatte Georgien sich zur Europäischen Union und der Nato hin geöffnet. Der neue Präsident wird einer Verfassungsänderung folgend aber weniger Vollmachten haben als seine Vorgänger. Margwelaschwilis Bündnis Georgischer Traum gewann vor einem Jahr bereits die Mehrheit der Parlamentssitze.