Zwei Greenpeace-Aktivisten sind auf den Eiffelturm geklettert. Sie protestieren dem öffentlich-rechtlichen Radiosender France Info zufolge gegen die Inhaftierung von 30 Mitgliedern in Russland. Von der zweiten Etage des Turms in etwa 115 Meter Höhe hängten sie ein rotes Zelt und ein gelbes Plakat mit der Aufschrift "Free The Arctic 30". Dem Fernsehsender BFMTV zufolge wurde der Zugang für Touristen gesperrt.

Greenpeace verlangte vom französischen Premier Jean-Marc Ayrault, sich für die Freilassung der 30 Inhaftierten einzusetzen, wenn er kommende Woche nach Russland fliegt.      

Ein Aktivist befand sich in dem Zelt, ein zweiter sicherte ihn vom Turm aus. Die beiden Männer sollen vor der Öffnung des Turms mit einer Leiter auf das Gelände gekommen sein. Gegen 11 Uhr wurden sie von Feuerwehrleuten vom Turm entfernt.

Russland hatte 30 Aktivisten festgenommen, weil sie auf einer Bohrinsel des Staatskonzerns Gazprom in der Arktis gegen die Ausbeutung der Bodenschätze dort protestiert hatten. Bereits beim Champions-League-Spiel Basel gegen Schalke hatte Greenpeace im Stadion protestiert und so das Spiel unterbrochen. Gazprom ist Werbepartner des Fußball-Bundesligisten Schalke 04.   

Russlands Justiz hatte die Anklage abgeschwächt, die seit dem 19. September inhaftiert sind. Den Aktivisten soll nun nicht mehr wegen "bandenmäßiger Piraterie", sondern wegen Rowdytums der Prozess gemacht werden. Auf "bandenmäßige Piraterie" stehen bis zu 15 Jahre Haft, bei Rowdytum drohen den Angeklagten maximal sieben Jahre Gefängnis.

Die Umweltschützer hatten am 18. September versucht, eine Bohrinsel des russischen Konzerns Gazprom in der Arktis zu entern. Mit der Aktion wollten sie auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung aufmerksam machen. Ihr Schiff Arctic Sunrise wurde von der russischen Küstenwache gestoppt, unter Kontrolle gebracht und nach Murmansk geschleppt. Seither sitzen sie in Untersuchungshaft.

Der Eiffelturm ist eine der größten Touristen-Attraktionen weltweit. Jedes Jahr besuchen ihn rund sieben Millionen Menschen, darunter 75 Prozent Nicht-Franzosen. Er wurde 1889 von dem deutschstämmigen Ingenieur Gustave Eiffel erbaut.