Londons Bürgermeister Boris Johnson hat die Berichterstattung zu den NSA-Enthüllungen von Edward Snowden verteidigt: "Ich denke, die Öffentlichkeit verdient es, diese Dinge zu erfahren. Die Welt ist besser, wenn die Regierungen unter dem wachsamen Auge der Medien stehen und wenn interessante Fakten zur Spionage an die Öffentlichkeit werden", sagte Johnson auf dem World Islamic Economic Forum in London. Er verteidige persönlich das Recht des Guardian, solche Informationen zu veröffentlichen.

Das gelte zum Beispiel auch für die Enthüllung, dass das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel von der NSA abgehört worden ist. Hierbei handle es sich um eine wichtige Information, die in keiner Weise die Sicherheitslage gefährden würde.

Damit geht Johnson auf Konfrontationskurs mit seinem Parteiführer, dem britischen Premierminister David Cameron. Erst vor zwei Tagen hatte Cameron die britische Presse in aller Offenheit davor gewarnt, weitere Dokumente des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden zu veröffentlichen. "Wenn sie kein gesellschaftliches Verantwortungsgefühl an den Tag legen, wird es sehr schwer für die Regierung, sich zurückzuhalten und nicht tätig zu werden", hatte Cameron im Parlament gesagt.