Die Telefongespräche von weltweit 35 Spitzenpolitikern sollen von dem US-Geheimdienst mitgehört worden sein. Das berichtet der Guardian und beruft sich dabei auf ein von dem Whistleblower Edward Snowden veröffentlichtes Dokument aus dem Jahr 2006.

Demnach habe ein Mitarbeiter der US-Regierung mehr als 200 Telefonnummern an die NSA weitergegeben, darunter auch die der 35 Spitzenpolitiker. Ihre Namen sind nicht bekannt. Diese Telefone seien anschließend durch den Geheimdienst überwacht worden.

Zuvor habe der US-Geheimdienst Beamte im Weißen Haus und im Pentagon dazu ermutigt, ihre Adressbücher der NSA zur Verfügung zu stellen. So wollte der Geheimdienst an die Telefonnummern führender Politiker kommen, die anschließend in die Spähprogramme aufgenommen werden sollten.

Auch in Deutschland sollen Beamte der US-Regierung und NSA-Mitarbeiter kooperiert haben. Es bestehe der Verdacht, dass aus der US-Botschaft in Berlin heraus Bundeskanzlerin Angela Merkel überwacht worden sei, berichtete die Welt und beruft sich auf hochrangige Sicherheitskreise in Berlin.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb, dass die amerikanische Botschaft die Überwachung der Bundeskanzlerin gesteuert habe. Dieser Verdacht ergebe sich demnach aus Unterlagen, die Edward Snowden bereitgestellt habe. Eine US-Abhörstation namens Special Collection Service (SCS) soll ein Mobiltelefon der Bundeskanzlerin überwacht haben.

Am Mittwochabend war bekannt geworden, dass der US-Geheimdienst das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar ausgespäht hatte. Die Bundeskanzlerin habe das Mobiltelefon von Oktober 2009 bis Juli 2013 benutzt, berichtete die Welt. Im Juni 2013 hatte der Whistleblower Edward Snowden begonnen, Details zu den Spähprogrammen der US-Geheimdienste zu veröffentlichen.