Nach massivem internationalen Druck ist Syrien offiziell der Chemiewaffen-Konvention beigetreten. "Syrien hatte ausdrücklich um eine Beschleunigung des Verfahrens gebeten", teilte die zuständige Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) mit. Der Staat ist damit verpflichtet, sein gesamtes C-Waffenarsenal von mehr als 1.000 Tonnen unterschiedlichen Kampfstoffen zu vernichten.

Dem Beitritt war ein Giftgasangriff in Ghuta nahe der Hauptstadt Damaskus vorausgegangen, bei dem im August etwa 1.400 Menschen getötet worden waren. Russland und die USA hatten das Regime von Baschar al-Assad daraufhin gedrängt, die Aufnahme in die Konvention zu beantragen . Assads Regierung bestreitet jedoch, für den Angriff auf Ghuta verantwortlich zu sein.

Mittlerweile haben 60 Fachleute von OPCW und der UN bereits mit der Zerstörung der syrischen C-Waffen begonnen. Die Leitung dieser Mission, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist , soll Diplomaten zufolge die Niederländerin Sigrid Kaag übernehmen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon habe sich dafür entschieden, Kaag als "Sonderkoordinatorin" einzusetzen. Am Mittwoch werde der UN-Sicherheitsrat über den Vorschlag beraten, heißt es. Kaag ist seit 2010 Vize-Generalsekretärin des UN-Entwicklungsprogramms.

Die Lage im Bürgerkriegsland bleibt derweil kritisch. Im Ort Darkusch nahe der Grenze zur Türkei wurden nach Angaben von Aktivisten am Montag mindestens 27 Menschen getötet, als ein mit Sprengkörpern versehenes Auto explodierte. Die Opposition machte das Regime in Damaskus für den Anschlag verantwortlich. Zudem werden drei in der Provinz Idlib entführte Nothelfer weiterhin vermisst .

Im 2011 begonnenen Aufstand gegen Assad sind nach UN-Schätzungen bereits mehr als 100.000 Menschen getötet worden. Vier Millionen Syrer sind nach Angaben der Deutschen Welthungerhilfe auf Lebensmittelhilfen angewiesen.