Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat in scharfer Form sein Misstrauen gegenüber den USA geäußert. "Das Vertrauen zwischen mir und den USA ist nicht gut", sagte Karsai vor den rund 2.500 Delegierten zum Auftakt der Loja Dschirga in Kabul . "Ich traue ihnen nicht, und sie trauen mir nicht."

Die Ratsversammlung der Stammesältesten und politischen Anführer Afghanistans berät in Kabul über ein Sicherheitsabkommen mit den USA. Die Versammlung muss entscheiden, ob nach 2014 US-Truppen im Land bleiben sollen, um die Polizei und das Militär gegen die radikal-islamischen Taliban zu unterstützen, wie es eine Übereinkunft zwischen Karsai und den USA vorsieht.

Karsai sagte, in den vergangenen zehn Jahren habe er mit den Amerikanern gekämpft. Diese hätten Propaganda gegen ihn lanciert. Trotzdem werde das Sicherheitsabkommen für eine bessere Zukunft Afghanistans benötigt.

Karsai sagte, nach Verabschiedung des Abkommens würden von 2015 an zwischen 10.000 und 15.000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert. "Sie werden noch zehn weitere Jahre hier bleiben, um zu unterstützen und die afghanischen Sicherheitskräfte auszubilden, und Afghanistan 2024 verlassen."

In dem Entwurf für das Abkommen – das die Präsenz von US-Truppen nach 2014 regeln und als Blaupause für einen künftigen Nato-Einsatz dienen soll – ist keine Truppenzahl genannt. Derzeit sind rund 86.000 ausländische Soldaten im Afghanistan-Einsatz, darunter knapp 3.500 deutsche.

US-Soldaten dürfen keine Moscheen betreten

Karsai sagte, US-Präsident Barack Obama habe ihm schriftlich zugesichert, dass amerikanische Soldaten ab 2015 nur noch "in sehr außergewöhnlichen Fällen" in afghanische Wohnhäuser eindringen dürften. Ein Beispiel sei, wenn das Leben von US-Bürgern ernsthaft bedroht sei.

In dem Entwurf ist festgehalten, dass US-Soldaten bei Militäreinsätzen keine Moscheen betreten dürfen. Zu der besonders umstrittenen US-Forderung nach Immunität vor afghanischer Strafverfolgung heißt es, die USA hätten "das alleinige Recht, Gerichtsgewalt (über ihre Soldaten) auszuüben".