China hat einem der Anführer der 1989 niedergeschlagenen Studentenproteste am Platz des Himmlischen Friedens die Einreise verweigert. Wu'er Kaixi versuchte am Montag zum vierten Mal erfolglos, sich den chinesischen Behörden zu stellen, um in sein Heimatland zurückkehren zu können. Gegen ihn besteht in China ein Haftbefehl, gleichzeitig wird er aber wie viele andere ins Ausland geflohene Dissidenten an einer Rückkehr gehindert.

Wu'er  will nach eigenen Angaben seine kranken Eltern und andere Familienmitglieder besuchen, die er nicht mehr gesehen hat, seit er vor 24 Jahren ins Exil ging. Er wolle sie wiedersehen, auch wenn es nur durch eine Glasscheibe im Gefängnis sei.

Er wurde bekannt, als er mit einem Pyjama bekleidet den damaligen Ministerpräsidenten Li Peng vor laufender Kamera beschimpfte. Die chinesische Regierung stufte ihn damals als Nummer Zwei der 21 gesuchten Studentenführer ein. 

Wu'er bestätigte, er sei aus Hongkong wieder in sein Exilland Taiwan zurückgeschickt worden. Bei einem Zwischenstopp seines Fluges von Taipeh nach Bangkok wollte er von den Beamten nach Festlandchina ausgeliefert werden, was ihm aber verweigert wurde. Wu'er sprach von einem absurden Verhalten der chinesischen Behörden.