Mehr Schutz der Privatsphäre und angemessene Kontrolle für die Überwachungsprogramme der Geheimdienste: Führende US-Technologieunternehmen fordern laut Washington Post eine Zügelung der US-Geheimdienste. Wie die Zeitung schreibt, hätten sich die sechs Unternehmen Facebook, Google, Apple, Yahoo, Microsoft und AOL in einem Brief an US-Senatoren gewandt. Die Überwachungspraxis der Regierung müsse reformiert werden, fordern sie darin.

Neben einem verbesserten Schutz der Privatsphäre solle es Mechanismen für die Überprüfung der Überwachungsprogramme geben, heißt es laut der Zeitung in dem Brief. Transparenz sei ein erster Schritt zu einer informierten Öffentlichkeit, aber es müsse mehr getan werden.

US-Technologieunternehmen mischten sich zuletzt häufiger in politische Debatten ein. Sie riefen etwa zur Vereinfachung der Immigration in die USA auf und wandten sich mit einer Kampagne gegen die SOPA und PIPA-Gesetze, die Urheberrechtsverletzungen im Internet härter ahnden sollten.


Die NSA hat laut Washington Post massenhaft Daten von Google und Yahoo abgeschöpft. Google zeigte sich nach Bekanntwerden der Überwachung verärgert: "Wir sind empört, wie weit die Regierung zu gehen scheint, um Daten von unseren privaten Glasfaserkabeln abzugreifen." Yahoo ließ verlauten, dass es dem Geheimdienst keinen Zugang gewährt habe.

Die US-Technologiefirmen haben aber in einem anderen Zusammenhang mit der NSA zusammengearbeitet. Der US-Geheimdienst soll dafür bezahlt haben, dass die Unternehmen ihre Technologie an die Anforderungen des Überwachungsprogramms Prism anpassten. Per Gerichtsbeschluss kann sich der Geheimdienst eine beschränkte Menge an Daten direkt von den Unternehmen aushändigen lassen.